Feinfühlige Geschichte

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​Mit „Buckeye“ erzählt Patrick Ryan eine jahrzehnteumspannende Familiensaga im ländlichen Ohio der Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen zwei Familien, deren Schicksale durch unerfüllte Träume, Kriegstraumata, tief geheim gehaltene Wünsche und eine schicksalhafte Begegnung am Ende des Zweiten Weltkriegs miteinander verwoben sind.
​Der Roman glänzt zweifellos durch Ryans feinfühlige Sprache und die detaillierten Porträts seiner Figuren. Er beleuchtet das kleinstädtische Leben Amerikas, gesellschaftlichen Druck und die Schatten der Geschichte auf sehr emotionale und ehrliche Weise.
​Allerdings macht es das Buch einem als Leser nicht leicht. Die Geschichte entwickelt sich extrem langsam und verliert sich oft in ausufernden Rückblenden. Wer auf eine packende Entwicklung oder etwas Tempo hofft, wird hier enttäuscht. Zudem empfand ich die Figur der Becky auf Dauer als anstrengend: Ihre ausgeprägte spirituelle Ader und ihr Hang zum Esoterischen waren für meinen Geschmack irgendwann einfach zu viel des Guten und haben den Lesefluss für mich zusätzlich gehemmt.
​Fazit:
„Buckeye“ ist eine stilistisch starke und ruhige Milieustudie über Schuld, Vergebung und das Scheitern am eigenen Leben. Durch das sehr getragene Tempo, die ständigen Zeitsprünge und manche etwas anstrengende Charakterzüge verkommt die Lektüre stellenweise aber zu einer echten Geduldsprobe.