Fesselnder Roman, der die amerikanische Geschichte lebendig werden lässt

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hapedah Avatar

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Cal Jenkins wurde mit einem verkürzten Bein geboren, deshalb gehört er zu den wenigen jungen Männern, die während des zweiten Weltkriegs nicht zum Wehrdienst eingezogen wurden. Als Margaret Salt 1945 seinen Laden betritt, um nach einem Radio zu fragen und sie von der Kapitulation Deutschlands hören, kommt es im Überschwang der Gefühle zu einem innigen Kuss, wenig später entsteht daraus eine leidenschaftliche Affäre. Kurz nach deren Ende kehrt Margarets Ehemann von der Front zurück, so dass niemand Zweifel an der Vaterschaft des Jungen hegt, der neun Monate später zur Welt kommt. Tom hat die Haar- und Augenfarbe seiner Mutter geerbt, lediglich zwei störrische Wirbel auf seinem Kopf machen Margaret klar, dass er von Cal gezeugt wurde. Dieses Wissen verdrängt sie erfolgreich, bis sich Tom eines Tages mit Cals Sohn Skip anfreundet.

"Buckeye" von Patrick Ryan ist ein Roman, der das Schicksal der Familien Jenkins und Salt mit der amerikanischen Geschichte verknüpft. Bereits nach wenigen Zeilen war ich tief in der Handlung versunken, dem Autor gelingt es meisterhaft, sowohl seine Figuren als auch den Hintergrund des Städtchens Bonhomie für die Lesenden lebendig darzustellen, jedes noch so profan erscheinende Detail trug dazu bei, vor meinem geistigen Auge ein farbenfrohes Bild entstehen zu lassen. Emotional war ich ebenfalls dauerhaft involviert, keine der Personen, die im Mittelpunkt der Erzählung stehen, war fehlerlos, doch gerade ihre menschlichen Schwächen machen sie nahbar und dadurch in meinen Augen liebenswert.

Den Schreibstil habe ich so fesselnd empfunden, dass ich das Buch zwischenzeitlich kaum aus der Hand legen mochte. Vorab habe ich innerlich ein wenig darüber geschmunzelt, dass der Verlag mit einer Empfehlung von Tom Hanks wirbt, inzwischen bedaure ich es, den Schauspieler nicht persönlich zu kennen, denn ich würde mir gern weitere Bücher von ihm empfehlen lassen. Anhand des Lebens in Bonhomie zeichnet der Autor nicht nur ein Bild der geschichtlichen Ereignisse über mehrere Jahrzehnte hinweg, es klingt auch immer wieder scharfsinnige Kritik an der Kriegsführung durch, die zum Nachdenken anregt. Der leichte übersinnliche Aspekt - eine der Figuren hört die Stimmen Verstorbener - fügt sich für mich gut in die Erzählung ein, insgesamt hatte ich ein wunderbares Leseerlebnis, das ich begeistert weiter empfehle.

Fazit: Vor dem Hintergrund des Kleinstadtlebens zweier Familien zeichnet Patrick Ryan ein farbenfrohes Bild der amerikanischen Geschichte in den Jahrzehnten vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg. Der mitreißende Erzählstil lässt die Figuren lebendig werden, für diesen fesselnden Roman spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.