Geschichte und Geschichten...
Geschichte und Geschichten... Ich weiß nicht so recht warum, aber ich fühle mich irgendwie von dicken Büchern angezogen. So manchesmal ist allerdings trotz der Dicke / Seitenzahl und des entsprechenden Gewichts nicht ganz so viel drin, was Inhalt und Gehalt betrifft. Ganz anders in Patrick Ryans Roman "Buckeye" - da packt der Autor mit 650 Seiten eine gute Portion Geschichte und Geschichten zwischen die zwei Buchdeckel. Amerika in der Zeit des Zweiten Weltkriegs über die Zeit nach Vietnam bis in die 80-er Jahre hinein. Ort der Handlung ist eine fiktive Kleinstadt in Ohio. Das Personal der Geschichten - zwei Familien, durch ein gut gehütetes Geheimnis miteinander verbunden. Da ist der gutaussehende Cal, der wegen eines verkürzten Beins nicht eingezogen wird und im Laden seines Schwiegervaters arbeitet; seine Frau Becky, ausgestattet mit der Gabe, Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen zu können; eine Beziehung mit erlöschender Leidenschaft. Und da ist Felix, verheiratet mit der leidenschaftlichen Margaret; Felix, eingezogen und später kriegstraumatisiert, entdeckt seine Liebe zu Männern. Und - die Affäre zwischen Cal und Margaret, die mit der Kriegsrückkehr von Felix ihr jähes Ende findet, bis dann 9 Monate später Margaret Tom zur Welt bringt. Tom und der zwei Jahre ältere Sohn von Cal und Bucky befreunden sich. Wer ist Toms leiblicher Vater? Wie wird es die Beziehungen verändern? Ein gut erzählter und ausgesprochen feinfühliger Roman, der an keiner Stelle Partei ergreift, sondern einfach nur erzählt, wie das Leben so spielt. Guter Lesestoff für ein verlängertes und ziemlich verregnetes Wochenende!