Lesehighlight, das berührt

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signalhill Avatar

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Es ist sehr mutig, heute noch einen Roman von fast 650 Seiten auf den Markt zu bringen, da doch viele Leserinnen und Leser nur noch das kurze, schnelle Lesevergnügen lieben. "Buckeye" von Patrick Ryan würde ich aber sowieso eher einem reiferen Lesepublikum empfehlen.

Der Roman umspannt eine lange Familiengeschichte zweier Familien in einer wohl fiktiven amerikanischen Kleinstadt, deren Leben auf unglückliche Weise miteinander verwoben sind. Man verfolgt die Eltern (ein wenig auch Teile der Großeltern) und ihre Kinder vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 70ger Jahre. Gleichzeitig durchläuft man auch die geschichtlichen und kulturellen Ereignisse der Zeit, wenngleich diese auch zuweilen wie eine Aufzählung eingeschoben sind. Vor allem aber verfolgt man auch die Kriege des Jahrhunderts, an denen die USA beteiligt war.

Obwohl der Roman eher leise und langsam dahinfließt, hat er mich emotional sehr mitgenommen. Ich fand ihn sogar spannend und habe mit den Figuren mitgefiebert. Diese treffen oft unglückliche und manchmal nicht ganz nachvollziehbare Entscheidungen, die aber auch der jeweiligen Zeit geschuldet sind. Den grausamsten Weg geht dabei Margret Salt, die selbst unter ihrer Kindheit leidet und doch den ähnlichen Weg auch für ihr Kind einschlägt.

Und so gehen die Menschen in Bonhomie ihren Weg, oft geprägt durch Entscheidungen, die nicht getroffen und Dinge, die aufgeschoben wurden. Ich denke, das ist eine sehr realistische Darstellung, die dem Leben oft entspricht.

Der Roman lebt von den zwischenmenschlichen Beziehungen, die mich sehr berührt haben, von der geschichtlichen Begleitung sowie dem Lokalkolorit der amerikanischen Kleinstadt mit all ihren Möglichkeiten und Beschränkungen. Das Cover der deutschen Ausgabe wurde verändert, gefällt mir persönlich aber fast besser als das Original. Das Sonnenaufgangs-/untergangsbild von Margrets Wand hätte ich mir auch gut vorstellen können, zieht es sich doch als Motiv durch den Roman.

Insgesamt hat "Buckeye" mich wirklich sehr gefesselt und ist eines meiner (bisher) zwei Lesehighlights dieses Jahres. Ich kann es voll und ganz weiterempfehlen und gebe natürlich die volle Sternzahl.