Von Morgengrauen und Abendrot und allem, was dazwischen liegt

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vielleserdi Avatar

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Das Titelbild mit dem Jungen unter einer Roßkastanie sieht einladend aus. Sinn ergibt es, nachdem der Leser sich tief in den Roman eingelesen hat.

Mit "Buckeye" hat Patrick Ryan mich nach Ohio mitgenommen und mir Amerikas Vergangenheit auf eine ganz persönliche Art gezeigt.

Der Schreibstil ist schlicht und präzise. Immer wieder finden sich Bilder im Text, die mich haben Inne halten lassen.

Ich war besonders fasziniert wie beiläufig von prägenden Ereignissen erzählt wurde, die das weitere Geschehen beeinflussten.
Mehr als einmal habe ich Passagen wiederholt gelesen, um sicherzugehen nichts zu verpassen.

Die Protagonisten sind klar gezeichnet und jeder einzelne hat ausreichend Tiefe.
Jeder bringt seine eigene Vergangenheit und damit eine individuelle Sicht auf die Dinge mit.
Es war mir ein Leichtes, Beweggründe nachzuvollziehen, auch wenn ich nicht alles richtig heißen konnte.

So unterschiedlich Menschen sind, so unvorhersehbar schreibt das Leben ihre Geschichten.

Die Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Überhoff halte ich für äußerst gelungen. Ich konnte mich, obgleich es sich um eine Übersetzung handelte, problemlos in die Geschichte fallen lassen.

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und mich auf über 650 Seiten keine Minute gelangweilt. Ganz im Gegenteil, auch wenn die Geschichte irgendwann zu Ende kommen musste, in Gedanken werden mich die Geschehnisse und die aufgeworfenen Fragen noch länger begleiten.

Ich empfehle "Buckeye" all jenen, die Freude an (Familien -) Geschichte haben und sich beim Lesen mit den großen Fragen des Lebens auseinander setzten möchten.