Was der Krieg anrichtet

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guildenstern Avatar

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Die Kleinstadt im Mittleren Westen, in der dieser Roman spielt, heißt Bonhomie (Gutmütigkeit, Biederkeit) - eine scheinbare Idylle, doch Patrick Ryan macht die Abgründe darunter sichtbar. Buckeye bedeutet Rosskastanie, der Baum auf dem Titel - und ist gleichzeitig auch der Spitzname des Jungen Tom.
Was für eine Geschichte - die geht unter die Haut ... Die Hauptpersonen Cal, Becky, Felix und Margaret sind so gut beschrieben, dass man meint, sie zu kennen. Die Erzählung umfasst viele Jahre, eigentlich mehrere Generationen. Jede Person hat eine andere Herkunft und andere Erlebnisse - und doch werden sie vom Schicksal zusammengewürfelt und verbunden. Der zweite Weltkrieg war für die an der "Heimatfront" zum Beispiel ganz anders als für die Männer bei der Armee, deren Kriegserlebnisse harter Tobak sind - bisweilen so hart, dass sie mit dem Leben nicht mehr fertig werden, aber auch nicht in der Lage sind, darüber zu sprechen, und im Wesen so völlig verändert, dass ihre Ehefrau sie nicht mehr versteht. Die Verbindung zur Welt der Toten (Seelen oder Geister) die Becky fühlt, ist sehr präsent, und mir lief beim Lesen ein Schauer nach dem anderen über den Rücken.
Buckeye ist eine bewegende Familiensaga, die die Beziehungen der Menschen in geschichtliche Abläufe wie die zwei Weltkriege und den Vietnamkrieg einbettet, doch auch ein Anti-Kriegsroman, da er die Traumata derer zeigt, die ihn erleben und ihre Verletzung an die folgenden Generationen weitergeben.