Willkommen in Amerika!

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
read_mausi Avatar

Von

Buckeye hat mich vor allem mit seiner ganz eigenen amerikanischen Atmosphäre gepackt. Dieses Kleinstadtleben im Mittleren Westen, die scheinbare Idylle und gleichzeitig die Abgründe dahinter – das hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Dazu kommt dieses typisch amerikanische Gefühl von Weite, Gemeinschaft und dem Wunsch nach einem anderen Leben.

Patrick Ryan erzählt die Geschichte sehr ruhig und atmosphärisch, aber trotzdem steckt unglaublich viel zwischen den Zeilen. Die Figuren wirken echt und ihre Geschichten haben mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Besonders mochte ich, wie stark die amerikanische Nachkriegsgesellschaft in die Geschichte hineinspielt. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie sehr Herkunft, gesellschaftliche Erwartungen und die amerikanische Vorstellung vom perfekten Leben die Menschen geprägt haben.

Auch die verschiedenen Generationen fand ich spannend. Es geht nicht nur darum, was die einzelnen Figuren selbst erleben, sondern auch darum, was sie an die nächste Generation weitergeben – bewusst oder unbewusst. Gerade diese Mischung aus großen historischen Entwicklungen und ganz persönlichen Schicksalen hat für mich den Reiz des Romans ausgemacht.

Ich mochte außerdem, dass das Buch nicht versucht, Amerika zu verklären. Hinter den hübschen Häusern, der Nachbarschaft und dem Gefühl von Zusammenhalt liegen Geheimnisse, Verletzungen und Dinge, über die lieber geschwiegen wird. Genau dieser Kontrast zwischen amerikanischer Idylle und den Rissen darunter hat mich immer wieder fasziniert.

Ein ruhiger, emotionaler und sehr atmosphärischer Roman, der für mich auch deshalb so gut funktioniert hat, weil er ein Stück amerikanisches Leben erzählt, das gleichzeitig vertraut und ziemlich weit weg wirkt. Buckeye ist definitiv ein Buch, das bei mir noch eine Weile nachgehallt hat.