Was geschah mit Cassandras Mutter?

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wonderland09 Avatar

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Gestaltung:
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Das Hardcoverbuch ist ein echtes Schmuckstück im Regal, dem nur noch ein Lesebändchen fehlt. Das Titelbild ist in leuchtenden Farben gestaltet und wird durch einen passenden Farbschnitt ergänzt. Zu Beginn jedes Kapitels erscheint stets dasselbe magische Wesen, wobei unklar bleibt, um welches es sich genau handelt. Alle Seiten sind mit dekorativen Schmuckornamenten umrahmt. Im Vergleich zum englischen Original wirkt die deutsche Ausgabe äußerlich deutlich ansprechender, allerdings vermisse ich die Vielfalt der schwarz-weißen Bilder im Inneren. Es wäre schön gewesen, wenn auch andere Wesen dargestellt worden wären. Dafür sind die Illustrationen im deutschen Buch liebevoller und weicher als im Original. Außerdem habe ich eine Karte von Cassies Umgebung vermisst. Insgesamt ist das Buch optisch dennoch einfach wunderschön!

Inhalt:
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Die zwölfjährige Cassandra "Cassie" Morgan lebt seit sieben Jahren in einem Londoner Internat, in dem die Kinder streng behandelt werden, sie keine Freunde hat und keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie. Ihre Mutter Rose verschwand vor ihrem Internatseintritt und hinterließ ihr als Andenken einen goldenen Schlüssel.
Als Cassie von der Internatsleiterin erfährt, dass Rose für tot erklärt wurde, will sie dies nicht glauben. Daher beschließt sie, auszubrechen und sich selbst auf die Suche nach ihr zu machen. In London wird sie dann auf einmal von seltsamen Wesen gejagt und von einem sprechenden Kater namens Montague gerettet. Dieser bringt sie zu ihrer Tante Miranda und erfährt, dass sie aus einer Hexenfamilie stammt, die die reale Welt von den bösen Kreaturen im Land Faerie (Märchenland) beschützt.
In ihrer Hexenausbildung lernt Cassandra Magie kennen, findet neue Freunde und gerät auf der Suche nach ihrer Mutter in große Gefahr.

Mein Eindruck:
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Gleich vorweg: Mir hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gut gefallen! Man steigt direkt in die Geschichte ein, lernt Cassie kennen und mögen. Ich bewunderte ihren Mut, aus dem Internat auszubrechen, sowie ihre positive Einstellung, in anderen das Gute sehen zu wollen. Das führt leider aber auch oft dazu, dass sie sich unnötig in Gefahr begibt, und ihre Naivität hat mich an manchen Stellen genervt. Bis zum Ende habe ich diesbezüglich wenig Lerneffekt bemerken können. Dennoch macht genau diese Gutgläubigkeit sie aber auch sehr sympathisch. Das hilft ihr u. a. dabei, schnell neue Freunde zu finden. Außerdem ist sie klug und kreativ, vor allem bei der Lösungsfindung in schwierigen Situationen, und sie hat einen unbezwingbaren Optimismus, lässt sich nie unterkriegen, sondern macht einfach weiter.
Die magische Welt rund um den Hag, den Cassies Tante Miranda beschützt, ist sehr gut beschrieben. Sie weist zwar einige Ähnlichkeiten mit anderen Fantasybüchern auf, aber die Mischung ist hier zwischen altbekannten und neuen Elementen gelungen, wie ich finde.
Neben der spannenden Suche nach dem Verbleib der Mutter erfährt man einiges zum Thema Hexenausbildung, wobei der Humor nicht zu kurz kommt. Vor allem Montagues trockene Kommentare haben mich immer wieder schmunzeln lassen.
Was ich mir noch gewünscht hätte: Ein Glossar aller magischen Wesen und der genannten Heilkräuter zum Nachschlagen. Vieles davon wird im Buch oft nur schnell eingeführt oder kurz beschrieben und dann als bekannt vorausgesetzt. Besonders bei den magischen Wesen wäre eine kleine Abbildung auch sehr schön gewesen.
Insgesamt war das Buch aber so fesselnd, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte und traurig war, als ich beim Ende angekommen war. Dieses war ein guter Abschluss für den ersten Band einer Reihe, dennoch sind noch einige Rätsel zu lösen. Da im Original insgesamt 5 Bände existieren, ist dieses Leseabenteuer noch lange nicht abgeschlossen. Ich freue mich schon auf Band 2, der im Frühjahr übersetzt erscheinen wird!

Fazit:
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Fesselndes Hexenabenteuer mit Humor, einem traumhaften Layout und einem tollen Setting: gerne mehr davon!