Was für ein Unfall

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julemaus94 Avatar

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Ich lese für mein Leben gern Fantasy- so richtig mit ausgefeiltem Weltenbau und komplexer Storyline. Ich kann aber auch mal gut mit einem Buch leben, das sich eher auf das Zwischenkörperliche konzentriert- wenn das Geschnacksel gut geschrieben ist und man die Spannung zwischen den Figuren förmlich spüren kann, bin ich gut unterhalten.

"Chased by Sins and Sorrows" möchte irgendwie ein bisschen von beidem sein und schafft weder das eine, noch das andere. Dabei liest sich der Plot eigentlich gut an:

Devrim und ihre Schwester Meera leben in einem Land, das Hexen als mit dem Teufel im Bunde verurteilt und gerne mal auf den Scheiterhaufen schickt. Für die beiden Hexen natürlich eine blöde Situation, zum Glück hat sich Meera aber in den König dieses Landes verliebt und so leben die beiden unerkannt bei ihm im Schloss. Bis Meera vergiftet wird und Devrim mit ihrem Werwolffreund Tyr fliehen muss, gejagt von Vampirgeneral Licas und Seher Samuel.

Wer sich Hoffnung auf eine romantische Zweierbeziehung macht, ist hier fehl am Platz. Getreu dem Motto "zu viert machts am meisten Spaß" steuert die Geschichte auf eine Verbindung der vier Hauptfiguren hin, erzählt wird abwechselnd aus Sicht aller. Vielleicht liegt es daran, dass es der Autorin einfach nicht gelingen will, den Figuren Tiefe und Charakter zu verleihen. Auch Emotionen und dieses langsame Aufbauen von Spannung fehlen mir hier völlig.

Das wäre vielleicht noch verzeihbar, wenn mich dafür die Geschichte so richtig packen könnte. Aber auch hier bleibt vieles oberflächlich, streckenweise plätschert der Plot nur sanft dahin um dann auf den letzten zwanzig Seiten nochmal kräftig anzuziehen- zu spät und vollkommen überhastet. Das hätte man so richtig auskosten können. So kommt man aus dem Stolpern über die vielen Plotholes gar nicht mehr raus.

Jetzt könnte man sagen "aber dafür knistert es doch bestimmt so richtig zwischen den Laken!". Doch nein, auch dieses Potential verschenkt das Buch völlig! Diese Szenen lesen sich so furchtbar, das grenzt schon fast an Fremdscham.

Wir fassen also zusammen: es ist schon erstaunlich, wie sehr man so viel Potential so dermaßen vor den Baum fahren kann.