Ein Buch, das mich zuerst überrascht und später etwas verloren hat

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Ich bin sehr schnell in die Geschichte reingekommen, weil das Buch zum einen die perfekte Länge für diese Art von Story hat und zum anderen durch die kurzen Kapitel und den Perspektivwechsel die ganze Zeit eine gewisse Dynamik vorhanden war.

Georgia mochte ich direkt sehr gern. Sie ist eine starke Protagonistin, ehrgeizig, weiß was sie will und kennt ihre Ziele. Gleichzeitig ist sie sich ihrer eigenen Struggles bewusst und wirkt dadurch sehr greifbar und nahbar.

Luca war am Anfang etwas schwerer zu greifen, weil vieles an seinem Verhalten widersprüchlich gewirkt hat und er durch seine Rolle als Sohn, der in die Fußstapfen seines Vaters treten soll, oft in eine bestimmte Richtung gedrängt wurde. Gerade bei ihm fand ich die Entwicklung aber richtig stark und ich habe ihn mit der Zeit als er selbst immer mehr gemocht.

Was mich am meisten an den beiden gepackt hat, waren nicht die großen Momente, sondern die kleinen dazwischen. Blicke, Gesten, diese stille Annäherung ohne viele Worte und das gegenseitige Verständnis. Genau das hat die Beziehung für mich getragen und ihr etwas Echtes gegeben.

Trotzdem gab es Dinge, die mich gestört haben. Die spicy Szenen kamen für mich sehr plötzlich und ohne richtigen Aufbau, wodurch sie sich oft unpassend angefühlt haben. Auch die Kommunikation zwischen den beiden hat mich mit der Zeit mehr gestört, weil wenig ausgesprochen wird und durch Zeitsprünge und ausgelassene Tage vieles sprunghaft und nicht immer ganz logisch wirkt.

Das Racing-Setting hat mir gut gefallen, aber das größere Highlight war für mich der Einbau des Themas Feminismus. Besonders die Darstellung von Frauen in einer männerdominierten Branche in Verbindung mit Presse und Journalismus war richtig stark umgesetzt. Es wirkte realistisch, aber nie belehrend, sondern wurde immer mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt.

Im Laufe des Buches wurde die Erzählweise für mich allerdings immer sprunghafter. Manche Szenen wirkten eher aneinandergereiht, ohne echte Übergänge, wodurch ich manchmal kurz aus der Geschichte raus war.
Die Nebencharaktere waren okay, hätten für mich aber mehr Tiefe und Präsenz haben können, besonders Henri. Auch die Geschwisterdynamik hätte ich gern stärker gesehen.

Fazit:
Am Anfang war das Buch wirklich stark und hat mich positiv überrascht. Im Verlauf sind dann aber einige Probleme dazugekommen, wodurch es mich nicht mehr ganz so fesseln konnte wie zu Beginn.