Die Idee überzeugt mehr als die Umsetzung

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mariehal Avatar

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Die Idee, dieselbe Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, hat mir ausgesprochen gut gefallen und ist für mich ganz klar die größte Stärke des Buches. Beide Seiten zeigen unterschiedliche Facetten der Handlung und machen deutlich, dass es nicht immer nur eine Wahrheit gibt. Auch dass man selbst entscheiden kann, mit welcher Perspektive man beginnt, finde ich eine tolle Idee und macht das Buch zu etwas Besonderem.

Allerdings hat mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugt. Die beiden Perspektiven sind zwar unterschiedlich, aber für mich nicht gleich stark. Malins Geschichte hat mir deutlich besser gefallen. Ihre Gedanken und Unsicherheiten wirkten sehr nah an der Zielgruppe, und gerade ihre Entwicklung konnte ich gut nachvollziehen. Außerdem erfährt man aus ihrer Perspektive mehr darüber, wie sich die Handlung entwickelt.

Mairas Teil konnte mich dagegen deutlich weniger abholen. Gerade bei ihr hätte ich mir wesentlich mehr Informationen über ihre Vergangenheit gewünscht. Wer sie wirklich ist, warum sie so handelt und was hinter ihren Entscheidungen steckt, bleibt für mich teilweise zu oberflächlich. Dadurch konnte ich ihre Perspektive nicht so gut nachvollziehen wie Malins. Gerade bei einem Buch, das ausdrücklich mit zwei Seiten derselben Geschichte arbeitet, hätte ich mir gewünscht, dass beide Perspektiven ähnlich viel Tiefe bekommen.

Auch die zentrale Botschaft finde ich grundsätzlich schön. Es geht um Selbstzweifel, den Wunsch nach Anerkennung und die Frage, ob man wirklich jemand anderes werden muss, um gesehen oder geliebt zu werden. Die Aussage, dass man seinen eigenen Wert nicht davon abhängig machen sollte, wie andere einen wahrnehmen, ist für die Zielgruppe absolut passend. Leider hat mich die Geschichte in der Umsetzung dieser Themen emotional nicht immer erreicht. Einige Entwicklungen wirkten für mich zu schnell, sodass wichtige Momente nicht die Wirkung entfalten konnten, die sie eigentlich hätten haben können.

Deshalb bleiben für mich am Ende vor allem die interessante Grundidee und Malins Perspektive positiv im Gedächtnis. Gleichzeitig verhindern die fehlende Tiefe bei Maira und die für mich nicht ganz überzeugende Umsetzung der eigentlich schönen Botschaft eine höhere Bewertung.