Cozy Herbstgefühle mit Luft nach oben

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fogandbooks Avatar

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Cinnamon Spice Love ist für mich eines dieser Bücher, bei denen ich am Ende eigentlich gar nicht so richtig weiß, was ich groß kritisieren soll, die mich aber trotzdem nicht vollkommen überzeugen konnten. Denn schlecht ist die Geschichte definitiv nicht. Sie ist cozy, herbstlich und angenehm zu lesen und gerade für Fans von Gilmore Girls dürfte das Kleinstadtsetting mit seinen neugierigen Bewohnern ziemlich gut funktionieren. Gleichzeitig bleibt es für mich aber auch genau dabei. Es ist ein netter Herbstroman für zwischendurch, der wenig überrascht und sich sehr stark auf bekannte Elemente verlässt.

Die Second Chance Romance zwischen Madison und Zach baut vor allem auf vergangenen Missverständnissen auf und entsprechend vorhersehbar entwickelt sich die Geschichte. Einen großen Plot Twist braucht ein solches Buch für mich überhaupt nicht, trotzdem hätte ich mir innerhalb ihrer Beziehung deutlich mehr Entwicklung gewünscht. Gerade bei einer Second Chance Romance möchte ich spüren, wie zwei Menschen sich nach Jahren erneut kennenlernen und vielleicht sogar noch einmal ganz anders ineinander verlieben. Dieses Kribbeln und Knistern hat mir hier leider gefehlt. Zwar erfahren wir schon früh, wie sehr beide einander vermisst haben und auch die körperliche Anziehung ist durchaus vorhanden, für mich ersetzt das aber nicht dieses langsame erneute Annähern. Dadurch konnte mich ihre Liebesgeschichte emotional weniger greifen, als ich es mir gewünscht hätte.

Madison mochte ich als Protagonistin eigentlich ganz gerne und auch Zach ist grundsätzlich sympathisch. Erzählt wird aus beiden Perspektiven, wobei ich irgendwann das Gefühl hatte, dass Zach dadurch eher verliert als gewinnt. Madison steht deutlich stärker im Mittelpunkt und ihre Geschichte wirkt wesentlich präsenter, während Zach für mich stellenweise etwas weinerlich wurde und sich gedanklich sehr stark darum dreht, was er verloren hat und wie großartig Madison ist. Tatsächlich glaube ich, dass die Geschichte für mich sogar besser funktioniert hätte, wenn sie ausschließlich aus Madisons Perspektive erzählt worden wäre.

Dafür bringt das Kleinstadtsetting genau die Charaktere mit, die man dort erwartet. Es gibt ältere Damen, die über Gott und die Welt ratschen, sich überall einmischen und natürlich zu allem eine Meinung haben, alte Bekannte und Madisons früheren Freundeskreis. Gerade bei Letzterem hätte ich mir allerdings mehr gewünscht. Madison hat ihre Heimat verlassen, um in New York ihre Karriere zu verfolgen, und natürlich verändern sich Freundschaften über diese Distanz. Trotzdem bleibt die frühere Verbundenheit der Clique erstaunlich wenig greifbar und auch der Wunsch, diese Beziehungen wieder stärker aufleben zu lassen, kommt für mich kaum durch.

Sprachlich lässt sich Cinnamon Spice Love dafür wirklich angenehm lesen. Der Schreibstil ist flüssig, das Tempo passt zur Geschichte und trotz des eher ruhigen Plots hatte ich nicht das Gefühl, dass sich das Buch unnötig zieht. Wer gerade etwas Leichtes und Unkompliziertes sucht, bei dem man sich für ein paar Stunden in einer gemütlichen Kleinstadt verlieren kann, bekommt genau das. Anspruchsvoll oder besonders individuell ist die Geschichte allerdings nicht und vieles lässt sich bereits früh erahnen.

Am Ende ist Cinnamon Spice Love für mich deshalb keine Enttäuschung. Dafür mochte ich die cozy Atmosphäre und diese deutlichen Gilmore Girls-Vibes viel zu gerne. Nur ist es eben auch kein Buch, das mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Es war angenehm zu lesen, es war nett und ich hatte durchaus eine schöne Zeit damit. Aber bei „nett“ bleibt es für mich leider auch.