Atmosphäre

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pajo47 Avatar

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Atmosphäre pur bietet dieser Kriminalroman, der den Leser mitten nach Neapel führt – besonders in die lebhafte Gegend rund um den Hafen. Gleichzeitig spielen auch die Bräuche der Karwoche und des Osterfestes eine wichtige Rolle. Dazu gehört vor allem die Zubereitung traditioneller Speisen nach überlieferten Rezepten, die immer wieder in die Handlung einfließen und dem Ganzen eine sehr authentische Note verleihen.

Dass sich in dieser dichten Atmosphäre auch ein Kriminalfall entwickelt, wirkt zunächst fast überraschend. Doch genau dort, im Hafen von Neapel, wird eine Leiche gefunden. Commissario Gaetano muss deshalb seinen Urlaub bei den Verwandten vorzeitig abbrechen und nach Neapel zurückkehren. Dort unterstützt er seine Kollegin Beppa Bellucci, die sich noch in der Ausbildung befindet, bei den Ermittlungen.

Die Aufklärung des Falls verläuft nicht immer geradlinig. Die Kolleginnen und Kollegen im Polizeiteam sind allesamt recht eigenwillig und haben ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, wie sie ihren Dienst ausüben. Trotzdem gelingt es ihnen, manchmal sogar ohne Wissen ihrer Vorgesetzten, gemeinsam Schritt für Schritt der Lösung näherzukommen. Dabei wird der Leser immer wieder auf falsche Spuren geführt, bevor sich am Ende schließlich alles zusammenfügt.

Wer einen hochspannenden Thriller erwartet, wird hier vielleicht nicht ganz fündig. Die Stärke des Romans liegt vielmehr in seinen Figuren und der lebendigen Atmosphäre Neapels. Gerade diese Mischung macht das Buch sehr angenehm zu lesen. Besonders hilfreich ist zudem die Liste italienischer Ausdrücke und Redewendungen mit deutschen Übersetzungen am Ende des Romans. Ohne diese hätte ich manche der italienischen Einsprengsel, mit denen Fabio Nola seinen Text gewürzt hat, wohl nicht immer sofort verstanden.