Einstimmung auf Ostern
Der Autor Fabio Nola, Pseudonym eines deutschen Historikers, hat eine Zeitlang in Neapel glebt und das merkt man seinem Buch auch wohltuend an. Er kennt die Stadt und kann die Plätze und Straßen daher auch so gut beschreiben, dass man sich unvermittelt in die Stadt hinein versetzt fühlt. Der Lokalkolorit ist auch die große Stärke des Buches, dessen Erzählstrang sich auf die wenigen Ostertage beschränkt. Eigentlich wollte Commissario Gaetano die Tage im Hinterland mit seinem Bruder Aniello und seiner Nichte Carla verbringen, aber eine Leiche im Hafenbecken erzwingt seine Rückkehr in die Stadt. Seine Urlaubsvertretung, die junge Beppa Bellucci, scheitert am italienischen Chauvinismus und muss ihren Chef zur Unterstützung rufen, da ältere Kollegen sie behindern und nicht ernst nehmen. Die Ermittlungen laufen ruhig und besonnen und immer glaubwürdig, bis alle Hintergründe ermittelt sind. Der Fall an sich ist nicht besonders spektakulär, hervorzuheben ist das Flair, das das Buch vermittelt, und der tiefe Einblick in italienische Traditionen und das gesellschaftliche Leben. Ich könnte das Buch als geeignete Lektür für die Ostertage durchaus empfehlen.