familiäre Verstrickungen und Überraschungen im österlichen Neapel

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
buchfan25 Avatar

Von

„Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ ist der zweite Band rund um den neapolitanischen Kommissar eines unter dem Pseudonym Fabio Nola schreibenden deutschen Historikers.

Es ist Ostern in Neapel. Commissario Salvatore Gaetano möchte die Feiertage bei seiner Familie außerhalb der Stadt verbringen. Währenddessen soll die junge Kollegin Beppa Bellucci die Stellung halten. Doch prompt wird an Karfreitag eine männliche Leiche im Hafenbecken angeschwemmt. Dem Commissario bleibt nichts anderes übrig als nach Neapel zurückzukehren. Doch dort warten einige Überraschungen auf ihn und seine Kollegen.

Das Cover präsentiert sich Italien-idyllisch mit Boot vor strahlend blauem Himmel. Schön finde ich, dass die Reihenzugehörigkeit durch den Schriftzug direkt ersichtlich ist.

Ein Neapel-Krimi, der mich nicht nur durch das Setting überzeugt hat. Besonders authentisch, wenn auch teilweise verschroben, präsentiert sich Commissario Salvatore Gaetano. Seine menschliche Art, trotz allen Schreckens, den er bereits beruflich wie privat gesehen hat, ist sehr sympathisch und hat mich schnell für ihn eingenommen. Ebenso die junge, manchmal recht impulsive, Beppa Bellucci. Deren Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit fand ich bewundernswert.

Die atmosphärischen Beschreibungen Neapels und dessen Umland waren teils sehr idyllisch, aber von einer klaren Sicht geprägt. Besonders die verschiedenen Bereiche Neapels und seiner Bewohner kamen gut zur Geltung. Hier merkte man den persönlichen Bezug des Autors deutlich, was ein wahrer Gewinn für den Krimi ist. So sind die detaillierten Beschreibungen der österlichen italienischen Gebräuche ebenso überzeugend wie die eingestreuten einheimischen Floskeln, die am Ende des Buches im Glossar übersetzt werden, jedoch auch im Zusammenhang verständlich sind.

Trotz komplexer Zusammenhänge empfand ich die Handlung als gut nachvollziehbar. Der Fall entwickelte sich für mich unvorhergesehen, was den Spannungsbogen sehr hoch hielt. Die Wendungen, die das Geschehen nahm, waren gut durchdacht und faszinierten bis zum Schluss. Dass Commissario Gaetano persönliche Parallelen zog, lies nicht nur den Fall in einem authentischeren Licht erscheinen.

Für mich also ein rundum gelungener italienischer Krimi mit sympathischen Ermittlern. Auf den dritten Band der Reihe „Commissario Gaetano und die Tränen des Vesuv“ freue ich mich schon jetzt.