Interessanter Fall, aber etwas zu viel Drumherum

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
jordis Avatar

Von

Der zweite Band der Reihe um Commissario Gaetano führt die Leser nach Neapel, und das mitten in der Osterwoche! Auch ohne den ersten Band gelesen zu haben, konnte ich der Geschichte grundsätzlich gut folgen, auch wenn mir an einigen Stellen kleine Hintergrundinformationen gefehlt haben.

Der Kriminalfall selbst ist durchaus interessant aufgebaut. Die einzelnen Fäden werden nach und nach zusammengeführt und ergeben am Ende ein stimmiges Gesamtbild. Man merkt, dass der Autor sich Gedanken über die Zusammenhänge gemacht hat und der Fall logisch konstruiert ist.

Allerdings hatte ich beim Lesen öfter das Gefühl, dass die eigentliche Handlung etwas unter all dem „Drumherum“ verloren geht. Es gibt viele Figuren, Nebenstränge und falsche Fährten, sodass ich zwischendurch immer wieder den Überblick verloren habe, wer genau welche Rolle spielt und wie alles miteinander zusammenhängt.

Auch sprachlich war das Buch für mich stellenweise etwas anstrengend. Die Sätze sind teilweise recht lang und verschachtelt, dazu kommen viele italienische Begriffe. Zwar gibt es am Ende ein Glossar, aber nicht alles wird dort erklärt und das ständige Nachschlagen hat den Lesefluss für mich immer wieder unterbrochen.

Sehr gut gelungen ist dagegen die Atmosphäre. Die Beschreibungen von Neapel, den Traditionen rund um die Osterzeit und dem Leben in der Stadt vermitteln ein umfangreiches Bild der Region und sorgen dafür, dass man sich die Schauplätze gut vorstellen kann.

Fazit: Ein atmosphärischer Neapel-Krimi mit einem interessanten Fall, der jedoch durch viele Figuren, Nebenhandlungen und sprachliche Hürden etwas an Übersicht verliert. Insgesamt solide Unterhaltung, also gibt es von mir 3,5 von 5 Sternen.