Österlicher Verrat

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Meine Meinung
Dem Autor ist mit „Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ die Fortsetzung der Reihe mit dem neapolitanischen Commissario bestens gelungen. Ich mochte den zweiten Band sogar noch lieber als den ersten Band, den ich auch sehr gut fand, denn ich fand die Fortsetzung besser strukturiert und trotz komplexer Zusammenhänge übersichtlicher.

Der Hauptdarsteller Commissario Salvator Gaetano liebt seine Stadt Neapel und ihre Bewohner*innen. Zu Ostern möchte er trotzdem einige Tage auf dem Land mit seiner Verwandtschaft verbringen, doch dem steht ein Leichenfund im Wege. Die junge und ambitionierte Kriminologin Beppa Belluci nimmt sich des Falles an, doch benötigt sie zunehmend Unterstützung in diesem zunächst scheinbar einfach gelagerten Todesfall, der sich aber schnell zu einem hochkomplexen Geflecht entwickelt. Gaetano muss zurück in die Stadt und sich intensiv mit Ermittlungen herumschlagen, in die er sich persönlich immer tiefer verstrickt und die ihn an seine Grenzen gelangen lassen.

Der Autor lässt Salvatore Gaetano, einen angenehmen, wenn auch mit Ecken und Kanten versehenen und manchmal etwas spröde wirkenden, Commissario ermitteln, der rastlos nach Gerechtigkeit sucht und daneben in seinem privaten Leben einige Baustellen zu bewältigen hat. Gaetano ist kein Superheld und gerade das machte ihn mir besonders sympathisch. Die zweite wichtige Darstellerin Beppa Belluci wuchs mir ebenfalls rasch ans Herz. Ihr Netz an verwandtschaftlichen und befreundeten Helfern fand ich liebevoll gezeichnet und Beppas Eifer in den Ermittlungen wirkte mitreißend.

Der flüssige Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und die Untergliederung der Kapitel nach den Festtagen zu Ostern machte mich immer wieder neugierig, wie es denn am nächsten Tag wohl weitergehen würde.

Was mir außerordentlich gut gefiel, war die Beschreibung der Stadt Neapel nicht nur mit ihren Sehenswürdigkeiten, sondern auch den weniger bekannten örtlichen Gegebenheiten und ihren Schattenseiten, und der intensiven Beschreibung der olfaktorischen Besonderheiten der Stadt. So entstand ein sehr lebendiges Bild Neapels vor meinem inneren Auge.

Der spannende und gut eingefädelte Plot beinhaltete einige durchaus ernste Themen, die mich zuweilen nachdenklich stimmten, und nahm immer wieder neue Wendungen. Kaum hatte ich mich auf einen Verdächtigen oder eine Verdächtige eingeschossen, nahm die Geschichte schon einen anderen Verlauf. So blieb es für mich faszinierend bis zum Schluss.

Mein Fazit
Wer auf der Suche nach einem spannenden Krimi mit viel neapolitanischem, ungeschönten Lokalkolorit und einem Commissario voll Leidenschaft für Gerechtigkeit ist, dem sei „Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ bestens empfohlen. Ich fühlte mich sehr ansprechend unterhalten und vergebe gerne meine Leseempfehlung.