...hier kennt jemand meine Not...

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berserker_darmstadt Avatar

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„Du liebe Güte, schon wieder ein Kochbuch“ – das war ehrlich gesagt mein erster Gedanke. Davon gibt es schließlich mehr als genug. Doch schon beim Reinblättern wurde klar: Dieses hier will etwas anderes. Gleich zu Beginn stolpert man über kleine Lifehacks, vor allem über Sicherheitshinweise für die Küche. Besonders schön: Viele davon drehen sich ums Kochen mit Kindern. Kein erhobener Zeigefinger, sondern alltagstaugliche Tipps, die man wirklich gebrauchen kann.

Diese praktischen Einschübe ziehen sich durchs ganze Buch. Natürlich ist es ein Kochbuch und kein Ratgeber für Küchenorganisation – aber genau diese Mischung macht den Reiz aus. In Zeiten von Rezeptflut und Social-Media-Foodtrends wirkt das Buch angenehm bodenständig. Kein Schicki-Micki, keine komplizierten Zutaten, sondern eine klare Ausrichtung auf Familien, bei denen es oft schnell gehen muss.

Inhaltlich wird so ziemlich jede Essenslage abgedeckt: Frühstück, Hauptgerichte, Desserts und auch die berüchtigten „Was-soll-ich-nur-kochen“-Tage. Besonders sympathisch fand ich die Rubrik für „Tage ohne Nerven“ – allein der Titel spricht vermutlich vielen aus der Seele. Dazu kommen Rezepte für den kleinen Hunger zwischendurch oder für süße Gelüste.

Was für mich das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist: Die Rezepte sind einfach, schnell und auf Genuss ausgelegt, ohne dabei ungesund zu sein. Alles vegetarisch, aber keineswegs langweilig. Man merkt schnell, dass hier jemand schreibt, der den Familienalltag kennt. Die Autorin ist selbst berufstätige Mutter von zwei Kindern, und das spiegelt sich in jedem Kapitel wider. Das Versprechen, dass kein Rezept länger als 20 Minuten dauert, wirkt nicht wie Marketing – sondern wie eine echte Erleichterung.

Unterm Strich ist dieses Kochbuch genau das, was man an stressigen Tagen braucht: Inspiration ohne Druck. Und vielleicht sogar die Antwort auf die tägliche Frage, die irgendwann jede Familie nervt: Was koche ich heute – und wird es diesmal allen schmecken?