Emotionaler Anfang

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Das Buch "Counting Days" hat auf mich schon nach den ersten Seiten einen sehr emotionalen und gleichzeitig nahbaren Eindruck gemacht. Das Cover gefällt mir dabei richtig gut, weil es sofort diese ruhige, melancholische Atmosphäre vermittelt. Die gedeckten Rosa- und Blautöne wirken weich und emotional, und die beiden Figuren, die Rücken an Rücken stehen, lassen direkt vermuten, dass es in der Geschichte um zwei Menschen geht, die zwar verbunden sind, aber trotzdem ihre eigenen Kämpfe austragen. Besonders schön finde ich auch den handschriftlichen Titel, weil er modern wirkt und perfekt zu einer gefühlvollen New-Adult-Geschichte passt. Insgesamt macht das Cover auf mich einen warmen, aber auch leicht traurigen Eindruck, weshalb ich direkt neugierig geworden bin.

Der Schreibstil hat mir in der Leseprobe sehr gut gefallen. Er liest sich flüssig, emotional und gleichzeitig unglaublich authentisch. Die Dialoge wirken natürlich und nicht gestellt. Besonders gelungen finde ich, dass die Autorin viele Gefühle beschreibt, ohne dabei übertrieben dramatisch zu wirken. Stattdessen schaffen kleine Details – wie Dalias Notizbuch, die Gespräche mit Freya oder Alex’ Verhalten gegenüber seiner Mutter – eine sehr intensive Atmosphäre. Dadurch konnte ich mich schnell in die Gedanken und Unsicherheiten der Charaktere hineinversetzen.

Auch der Spannungsaufbau hat mich überrascht, weil die Geschichte nicht mit großen Actionmomenten arbeitet, sondern mit emotionaler Spannung. Schon im Prolog merkt man, dass Alex ein Geheimnis mit sich herumträgt, das irgendwann alles verändern wird. Dadurch entsteht direkt dieses Gefühl, unbedingt wissen zu wollen, was passiert ist und warum die Beziehung zwischen ihm und Lia offenbar zerbrechen könnte. Später wird die Spannung durch Dalias Situation noch stärker, vor allem durch den Unfall ihres Bruders Damian. Die Kapitel enden oft an Stellen, die einen automatisch weiterlesen lassen, weil man emotional so mitgerissen wird.

Die bisher vorgestellten Charaktere wirken auf mich sehr lebendig und unterschiedlich. Dalia fand ich sofort sympathisch, weil sie trotz ihrer Unsicherheiten sehr ehrlich und sensibel wirkt. Ihre Gedanken über das Gefühl zu versagen oder keinen richtigen Platz im Leben gefunden zu haben, machen sie unglaublich menschlich. Auch Freya mochte ich direkt, weil sie mit ihrer chaotischen, liebevollen Art viel Wärme in die Geschichte bringt. Alex wirkt dagegen eher verschlossen und belastet, was ihn interessant macht, weil man merkt, dass hinter seiner Fassade viel mehr steckt. Besonders spannend finde ich, dass beide Hauptfiguren offenbar mit eigenen Problemen kämpfen und man langsam herausfinden muss, wie ihre Geschichten miteinander verbunden sind.

Von der Geschichte erwarte ich deshalb vor allem eine emotionale Entwicklung der Charaktere, viele tiefgründige Themen und wahrscheinlich auch eine Liebesgeschichte, die nicht nur romantisch, sondern auch schmerzhaft und kompliziert wird. Durch die Hinweise auf psychische Belastungen, familiären Druck und vergangene Ereignisse glaube ich, dass das Buch sehr intensiv werden könnte. Gleichzeitig hoffe ich aber auch auf schöne, hoffnungsvolle Momente zwischen den Figuren.

Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterlesen wollen, weil die Leseprobe es geschafft hat, mich emotional sofort abzuholen. Vor allem möchte ich wissen, welches Geheimnis Alex verbirgt, wie es Damian nach dem Unfall geht und wie sich die Beziehung zwischen den Figuren entwickelt. Außerdem mag ich Geschichten, die nicht perfekt-glatte Charaktere zeigen, sondern Menschen mit Ängsten, Fehlern und echten Problemen.