Wenn alte Liebe und alte Wunden aufeinandertreffen

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Der Debütroman von Steffi Kuhlmann erscheint 2026 als ihr erster Roman und spielt in Heidelberg, wo Dalia und Alex sich in ihrer Jugend verliebt haben, bis Alex kurz nach dem Abitur ihre Beziehung plötzlich beendet. Drei Jahre später, nachdem Dalia mit gebrochenem Herzen nach Hamburg gezogen ist, holt der lebensgefährliche Unfall ihres Zwillingsbruders sie zurück nach Heidelberg und natürlich läuft sie Alex über den Weg, der ihr trotz allem noch immer unter die Haut geht. Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven, mit Rückblenden in die gemeinsame Jugend, sodass man als Leser nach und nach zusammensetzt, was damals wirklich passiert ist.

Inhaltlich steckt hier mehr drin als nur "kommen sie zusammen oder nicht": Alex schleppt aus seiner Kindheit einiges mit sich herum und das merkt man dem Buch natürlich an. Es geht weniger um Kribbeln im Bauch, mehr um psychische Gesundheit, toxische Familienstrukturen und die Frage, ob man Heilung allein schafft oder ob man dafür jemanden braucht.

Genau das ist für mich gleichzeitig die Stärke und die Schwachstelle. Weil Kuhlmann ihre Figuren ernst nimmt, merkt man, dass sie sich wirklich Gedanken gemacht hat aber dafür nimmt sie sich Zeit. Sehr viel Zeit. Wer bei New Adult eher an "schnell, witzig, viele Dialoge" denkt, wird hier öfter merken, dass eine Szene auch in zwei Sätzen hätte erzählt werden können statt auf zwei Seiten auch wenn mich der zweite Teil dann doch noch gekriegt hat.

Das Cover hat mir super gut gefallen, weil es sich abhebt und sowohl auf Heidelberg hindeutet als auch auf eine curvy Protagonistin.

Mein Fazit: Kein Pageturner, aber ein ehrliches Debüt mit echtem Tiefgang, wenn man bereit ist, sich die Zeit zu nehmen, die das Buch von einem verlangt. Wer auf Second-Chance-Romance mit ernsteren Untertönen steht und auch eine ruhige Erzählweise verträgt, sollte Counting Days definitiv lesen!