Die Ausgestoßene, der geheimnisvolle Fremde und ein ungewöhnliches Bündnis

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amelien Avatar

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"Einsamkeit ist so viel mehr als nur Alleinsein." (Seite 14)



Ich finde das Buch optisch richtig schön, gerade was die Innenklappengestaltung angeht.

Bei der Handlung gefällt mir besonders der langsame Aufbau sehr gut, wir werden sanft in die Welt gezogen und bekommen ein sehr ausgereiftes und gelungenes Worldbuilding. Bedeutet auch wir verweilen sehr lange bei einem Ereignis, dadurch ist die Geschichte in ihrer Grundstruktur ruhiger und wirkt nicht so gehetzt. Auch wenn wir eher gemächlich vorankommen, finde ich die Handlung spannend. Zunächst wird der Einstieg ein wenig klischeehaft, aber entpuppt sich als düstere und sehr facettenreiche Fantasygeschichte.

Ich muss gestehen, die vielen schlechten Rezensionen haben mich zunächst abgeschreckt, zu dem Buch zu greifen. Ich verstehe, warum viele ein Problem mit dem Buch haben. Die deutsche Übersetzung hat sehr viele Schwachpunkte und krankt an einer holprigen Satzkonstruktion, teilweise unnatürlicher Wortwahl und sehr seltsamen, verschachtelten Sätzen. Vermutlich wurde hier vieles 1:1 aus dem Englischen übernommen, wenn man gut im Englischen ist, empfiehlt es sich vielleicht eher, zu dieser Version zu greifen. Leider schmälert das natürlich den Lesegenuss, weshalb ich in der Bewertung runtergehe. Ein Buch ist immer noch ein Gesamtpaket, das gefallen muss.

Dennoch tendiere ich zu vier Sternen, weil mich die Geschichte überzeugt hat. Ich wollte immer wissen wie es weitergeht und war total in dieser dichten und düsteren Atmosphäre gefangen. Ich mag, wie das Setting beschrieben wird, die vielen Elemente erzeugen eine unheimliche Sogwirkung. Das Fulcrum, die Dämonen und Drachen sind dabei spannende Aspekte. Die ganze Zeit schwebt so ein Gefühl von Gefahr und Bedrohung über der Geschichte.

Die Charaktere fand ich auch richtig gut und stark ausgearbeitet. Sorrel ist wirklich ein sonderbarer, aber auch spannender Charakter. Erst nach und nach erfährt man als Leser immer mehr über sie, obwohl die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird. Am Anfang wirkt sie sehr unsicher und zurückhaltend, aber da ist viel Entwicklungspotential. Sie ist da bereits schon mutig, auch wenn sie das selber noch nicht erkennt. Ich finde ihre Gabe unheimlich interessant, auch wenn einem am Anfang noch nicht das ganze Ausmaß dessen bewusst ist. Gerade der Fakt das sie tödlich, aber sehr empathisch ist macht sie sehr vielschichtig. Oh man Merc... ja was soll ich da sagen. Zunächst dachte ich ja der typische grumpy, düster, groß und stark. Ja er ist sehr geheimnisvoll und nur schwer einzuschätzen. Da lauert vielmehr, als wir zunächst serviert bekommen. Und er ist natürlich das genaue Gegenteil von Sorrel. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, er wird interessant beschrieben und ist nicht der typische schöne Mann, wie er in Bücher sehr häufig zu finden ist. Ich mochte die Dynamik zwischen den beiden sehr. Auch die Nebenfiguren fügen sich sehr gut in die Geschichte ein und tragen die Atmosphäre mit.



Fazit: Mir gefiel das Buch wirklich gut, aber mehr die Story und die Handlung an sich. Durch die katastrophale Übersetzung muss ich ein Stern abziehen, da mich das doch sehr gestört hat.



⭐⭐⭐⭐