Enttäuschend...

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olitschka Avatar

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"Crown Of War And Shadow" von J. R. Ward

Eine junge Frau, die den Kranken und Schwachen hilft und dennoch dafür von ihrem Dorf geächtet wird. Sie verbirgt Geheimnisse, die nur die wenigstens kennen, denn diese könnten ihr Leben gefährden.
Ein mysteriöser Mann, mit einer geheimnisvollen Vergangenheit und einer Anziehungskraft, der Sorrel nicht widerstehen kann.
Gemeinsam gehen sie auf Reise, um sich gegen den dunklen König zu stellen, der Seelen sammelt und ganz Anathos beherrschen will.

Cover:
Das Cover hat meine Aufmerksamkeit erregt, es ist hübsch gestaltet und im Buch befinden sich Bilder von den beiden Protagonisten, sowie eine Karte von allen wichtigen Orten.


Protagonisten:
Zu Beginn fand ich Sorrel sehr interessant und wollte mehr über ihre Geheimnisse wissen. Sie hatte kein einfaches Leben aber gab immer ihr Bestes und kümmerte sich als Heilerin um die Dorfbewohner, auch wenn sie dafür von vielen gleichzeit gemieden oder sogar ignoriert wurde.
Es war nachzuvollziehen, warum sie oft unsicher war oder sich kleiner machte als sie eigentlich war. Und dennoch ließ sie sich von niemandem davon abhalten, weiterhin Gutes zu tun.
Bis dahin gefiel sie mir ganz gut. Leider nur bis zu dem Moment wo sie auf Merc stieß.
Merc war von Anfang an mysteriös und undurchschaubar. Er zeigte Sorrel von Anfang an, was er von ihr wollte und zeigte ihr ganz klar, was er über sie dachte.
Ab da ging für mich das Lesen bergab. Er will sie, geht davon aus, dass sie eine Prostituierte sei, da es allgemein bekannt ist, dass in der Kneipe auch ein anderes Geschäft vonstatten geht. Kaum redet sie mit einem Mann, ist sie schon eine Hure für ihn. Er selber genießt das Angebot der Frauen, "weil Männer Bedürfnisse haben". Es ist geradezu frustrierend gewesen, dass sie ihn im Laufe der Zeit, kein einziges Mal aufgeklärt hat! Sein Verhalten ihr gegenüber in diesem Bezug war eine einzige 5-Meter-Mal-5-Meter Red Flag.
Auch ihre ganze Beziehung ist oberflächlich und nur von sexueller Spannung geprägt. Nach ihrer Erkenntnis, dass sie ihn liebt, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum??? Was genau liebst du an ihm? Du weißt doch nichts über ihn! Weder seine Vergangenheit, noch seine Ängste, noch etwas über seine tiefsten Träume und Wünsche!
Die Gespräche, die sie führen kratzen noch nicht einmal ansatzweise an der Oberfläche. Woher kommt also die Liebe her?
Seine Distanzierheit ihr gegenüber kann ich noch nachvollziehen. Er hat einen Auftrag und sie soll ihn dafür bezahlen. Doch warum er alles riskiert, auch sein Leben, nur um den Preis (ihren Körper) zu erhalten, ist zu Beginn wirklich utopisch.
Woher er sich dann von ihr mehr als nur körperlich angezogen fühlt, woher der Wandel dann kommt, weiß ich bis jetzt nicht. Denn sie kamen sich weder mental oder seelisch näher.
Der "spicy" Anteil in Buch war plump und es ging ebenfalls alles zu schnell. Ihr ständiges Wandgestarre war ebenfalls wenig hilfreich, sich von diesen Situationen fesseln zu lassen.

Die Nebencharaktere waren schwach und farblos dargestellt. Ich hatte teilweise bei manchen Personen gar kein Bild vor Augen. Weder Statur, Gesicht noch Aussehen wurde beschrieben.
Wichtige Persönlichkeiten, wie Julion, die Kriegerkönigin oder der dunkle König kamen viel zu kurz obwohl sie eigentlich einen großen Teil der Geschichte für sich hätten beanspruchen könnten. Auch wieder das Gefühl, kaum kamen sie zum Einsatz, war es dann auch schon wieder vorbei. Es ging alles viel zu schnell und viel zu unbedeutend an mir vorbei. Für mich hatten diese Personen keine Relevanz, sobald sie zum Einsatz kamen. Es wurde nur viel geredet aber wenig gemacht.

Worldbuilding:
Die Karte im Buch hat mir gut geholfen, mir ein Bild von dieser Welt zu machen. Sie alle haben sich die Orte bereist, die dort abgebildet sind. Leider kamen sie für mich viel zu kurz. So viele wichtige Orte, wie das Kristalltor, hat so wenig Aufmerksamkeit bekommen. Kaum war es da, dann war es auch schon zu Ende. Genau so fing es mit dem Tempel der Weissager und mit dem Fulkrum. Es wurde viel darüber geredet aber kaum haben sie diesen Ort erreicht, hat sich das auch schon nach zwei Seiten wieder erledigt. Die Hintergrundgeschichten dieser Orte waren kaum bis gar nicht ausgebaut. Es war super langweilig dargestellt als ob sie alle überhaupt gar keine Bedeutung hätten. Dabei hätte es super spannend ausgebaut werden können, mit viel mehr Bedeutung dahinter. Die Plot Twists haben mich überhaupt nicht aus dem Hocker gehauen weil schon die ganze Geschichte langweilig geschrieben wurde, da konnte mich das auch nicht mehr begeistern oder umstimmen.
Mir fehlten auch viel Hintergrundwissen im Bezug auf den dunklen König, ihrer Mutter, über sie selber.

Schreibstil:
Es war zwar flüssig geschrieben aber ich hatte kein Gefühl für die Geschichte entwickelt. Ich war weder am mitfiebern, noch hatte ich Probleme, das Buch aus der Hand zu legen.
Ich konnte nicht eintauchen und mir alles bildlich vorstellen. Zudem hat es mich geradezu wahnsinnig gemacht, dass die Charaktere es kaum geschafft haben, ihre Sätze zu Ende zu bringen. Fast auf jeder Seite wurden Gedankengänge von irgendeinem Ereignis unterbrochen oder die Sätze von jemand anderem. Ich konnte irgendwann es kaum aushalten weiter zu lesen, weil keiner es auf die Reihe bekommen hat, zu Ende zu sprechen oder den anderen nicht ständig zu unterbrechen.
Auch die ständigen Phrasen wie "versteck dich" oder "immer nur vorwärts, niemals zurück" ging mir irgendwann auf die Nerven.
Die Übersetzung hat leider auch nicht immer funktioniert. Die Beraterin, war dann auf einmal ganz oft "der Berater". Auch hat mich eine Stelle komplett verwirrt, wo Merc auf sein Pferd stieg und davon ritt aber im nächsten Absatz, geht er zu seinen Satteltaschen und steht wieder neben dem Pferd. Das war komisch.

Meine Meinung:
Würde ich nicht weiterempfehlen. Schwach ausgebaut, langweilig erzählt und erklärt, die Charaktere unbedeutend obwohl sie hätten bedeutend für die Geschichte sein müssen und die Beziehungsentwicklung zwischen Sorrel und Merc überhaupt nicht nachvollziehbar und nicht spürbar.
Leider ein Flop.