Hoffnungen erfüllt

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julemaus94 Avatar

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Die Black Dagger-Reihe hat mir früher ganze Sommerurlaube versüßt. Wie habe ich diese Bücher als junge Frau verschlungen. Heute sind sie mir ein bisschen zu spicy und haben zu wenig Handlung, den Schreibstil von J.R. Ward finde ich aber immer noch toll- fesselnd, die Spannung hochhaltend und knapp, aber trotzdem emotionsgeladen. Als ich den Klappentext ihres neuen Buches gelesen habe, musste ich sofort zugreifen, verspricht er doch den gewohnten Stil, gemixt mit einem High Fantasy Plot- genau mein Geschmack!

Und genau das liefert die Geschichte rund um Sorrel, die als Geächtete seit Jahren in ihrem Dorf überlebt, indem sie sich im Hintergrund hält und heimlich den Frauen in medizinischen Notlagen zu Hilfe eilt. Als die Barriere, die ihr Dorf und das restliche Reich vor der Bedrohung durch den dunklen König und seine Dämonen schützt, löchrig wird, ist sie gezwungen zu fliehen. Dabei helfen ihr gleich zwei Unbekannte, ein strahlender Ritter in goldener Rüstung auf seinem Pferd und ein dunkler, geheimnisvoller Söldner, der augenscheinlich nur auf ihren Körper aus ist.

Das klingt jetzt erstmal nach einem derzeit typischen Nullachtfünfzehn-Romantasyplot, kann aber so einiges. Tatsächlich fand ich es mal wieder erfrischend, dass die Story im Vordergrund steht. Natürlich bekommt die junge Frau mit Merc einen starken, aber wortkargen Mann an die Seite- Klischees werden hier leider nicht immer ausgelassen. Gemeinsam erleben sie aber eine abenteuerliche Reise, ohne ständig übereinander herzufallen oder sich permanent anzuschmachten.

Die Autorin schafft es also wirklich, die Spannung permanent hochzuhalten. Und Sorrel ist auch nicht das augenscheinlich hilflose Mädchen, für das man sie anfangs halten könnte. Sie weiß sich sehr wohl zu wehren und würde auch ohne ihren dunklen Helden (?) zurechtkommen.

Was mich dagegen tatsächlich etwas gestört und den Lesefluss immer wieder unterbrochen hat, ist die Übersetzung (zumindest hoffe ich, dass die Autorin das nicht selbst so verzapft hat). Immer wieder stolpert man über unrunde Floskeln und Redewendungen- das Pferd schlägt mit seinem Schwanz, die Kutsche fliegt.

Auch die Karte im Buch ist wunderschön, passt aber mit den Ortsbeschreibungen einfach nicht überein.

Insgesamt schmälert das das Leseerlebnis dadurch etwas, ansonsten wäre es ein ziemliches Highlight geworden. Auf Band 2 der Reihe freue ich mich aber trotzdem schon sehr!