Jahresflop - Handwerkliches Versagen trifft auf eine völlig überhastete Story.

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_kad_da Avatar

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Ich habe lange überlegt, wie ich diese Rezension angehen soll. Um es direkt vorwegzunehmen: Das Einzige, was an diesem Buch wirklich überzeugt, ist die äußere Gestaltung. Das Design ist wirklich schön anzusehen, doch leider bewahrheitet sich hier der alte Spruch, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte. Inhaltlich ist das Werk nämlich eine einzige Enttäuschung.

Schon nach den ersten Kapiteln war klar, dass der Lesefluss ein einziger Kampf ist. Die deutsche Fassung ist in einem derart unterirdischen Zustand, dass man sich ernsthaft fragt, ob dieses Manuskript überhaupt ein Lektorat von innen gesehen hat. Wir sprechen hier nicht nur von massiven Rechtschreibfehlern, sondern von inhaltlichen Schnitzern, bei denen Zeitformen komplett durcheinandergeraten und Metaphern so stümperhaft wortwörtlich aus dem Englischen übersetzt wurden, dass sie jeglichen Sinn verlieren. Die Schachtelsätze sind oft so hölzern und kompliziert, dass man selbst nach mehrfachem Lesen nicht versteht, was eigentlich passiert.

Die Handlung selbst ist eine einzige Ansammlung von Logiklöchern. Die Charakterentwicklung ist nicht existent – Sorrel schwankt zwischen naiver Unsicherheit und plötzlich auftretenden „Superkräften“, die jedes Problem wie aus dem Nichts lösen, sobald es kritisch wird. Merc hingegen ist eine wandelnde Ansammlung von Red Flags, deren absolute Krönung der respektlose Kommentar „Ein Mann hat Bedürfnisse“ war. Dass diese beiden eine Lovestory führen sollen, ist ein Witz; zwischen ihnen gab es für mich zu keinem Zeitpunkt echte Chemie. Der sogenannte „Spice“ war an Lieblosigkeit kaum zu überbieten – mechanisch, blumig-befremdlich und völlig ohne jedes Knistern.

Dass die Story in den letzten Kapiteln so extrem gehetzt wirkt, als hätte die Autorin schnell alle Puzzleteile zusammenwerfen müssen, macht das Ganze nur noch schlimmer. Der Plottwist um Mercs Dämonen-Identität wirkt konstruiert und die Art und Weise, wie die Protagonistin ihn trotz allem sofort „retten“ muss, ist an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten. Die Love Story hat mich zu keinem Zeitpunkt gecatched, weil das gesamte Fundament der zwischenmenschlichen Beziehung einfach nicht stimmt.

Mein Fazit: Hier wurde so unfassbar viel Potenzial aus dem Fenster geworfen. Bei dem desaströsen Zustand der deutschen Fassung weiß man am Ende nicht mal mehr, ob die Originalgeschichte von vornherein schon so schwach war, oder ob die furchtbare Übersetzung und das fehlende Lektorat dem Ganzen einfach den endgültigen Todesstoß versetzt haben. Einfach nur extrem schade um die verplemperte Lesezeit. Von mir gibt es hierfür absolut keine Empfehlung.