Sehr gelungener Roman über das Danach
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber hat mich total überrascht. Es ist ein Buch, dass sich mit einem Femizid befasst und dabei vor allem die Hinterbliebenen in den Fokus rückt.
Emma wurde von ihrem Mann ermordet und für ihre beste Freundin, ihre Tochter, ihre Eltern ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Geschichte wird aus relativ vielen Perspektiven erzählt, die sich teils recht schnell abwechseln, und normalerweise mag ich so etwas nicht so gerne. Hier funktioniert es aber unheimlich gut und trägt meiner Meinung nach sogar zum Gelingen des Romans bei.
Viele Bücher, die sich mit Femiziden beschäftigen, konzentrieren sich auf das Vorher, wohingegen Schreibers Roman das Danach beleuchtet. Was macht es mit den Figuren, wenn ihnen ein lieber Mensch auf so grausame Art genommen wird? Ganz zentral ist für alle Figuren die Frage, ob und wie die Tat hätte verhindert werden können, aber eben auch, wie sie jeweils mit ihren Emotionen (vor allem Wut und Schuld und Trauer) umgehen. Besonders ergreifend fand ich die Kapitel, die die zehnjährige Tochter in den Mittelpunkt stellen, aber alle Perspektiven sind sehr emotional und nahbar geschrieben, so dass ich mich wirklich gut in die jeweilige Person einfühlen konnte.
Trotz aller Schwere des Themas hat die Geschichte dennoch Stellen von Leichtigkeit, an denen Hoffnung durchschimmert, ohne dass die Erzählung an Glaubwürdigkeit verliert. Schreiber gelingt es, das richtige Maß und die richtigen Töne zu finden und gibt denjenigen eine Stimme, die in dem Kontext oft nicht zu Wort kommen. Große Empfehlung!
Emma wurde von ihrem Mann ermordet und für ihre beste Freundin, ihre Tochter, ihre Eltern ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Geschichte wird aus relativ vielen Perspektiven erzählt, die sich teils recht schnell abwechseln, und normalerweise mag ich so etwas nicht so gerne. Hier funktioniert es aber unheimlich gut und trägt meiner Meinung nach sogar zum Gelingen des Romans bei.
Viele Bücher, die sich mit Femiziden beschäftigen, konzentrieren sich auf das Vorher, wohingegen Schreibers Roman das Danach beleuchtet. Was macht es mit den Figuren, wenn ihnen ein lieber Mensch auf so grausame Art genommen wird? Ganz zentral ist für alle Figuren die Frage, ob und wie die Tat hätte verhindert werden können, aber eben auch, wie sie jeweils mit ihren Emotionen (vor allem Wut und Schuld und Trauer) umgehen. Besonders ergreifend fand ich die Kapitel, die die zehnjährige Tochter in den Mittelpunkt stellen, aber alle Perspektiven sind sehr emotional und nahbar geschrieben, so dass ich mich wirklich gut in die jeweilige Person einfühlen konnte.
Trotz aller Schwere des Themas hat die Geschichte dennoch Stellen von Leichtigkeit, an denen Hoffnung durchschimmert, ohne dass die Erzählung an Glaubwürdigkeit verliert. Schreiber gelingt es, das richtige Maß und die richtigen Töne zu finden und gibt denjenigen eine Stimme, die in dem Kontext oft nicht zu Wort kommen. Große Empfehlung!