Durch dick und dünn

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
miro76 Avatar

Von

Merle, Henri und Katharina haben sich am Studienanfang kennengelernt und schnell angefreundet. Kaum ein Tag verging damals, an dem sie sich nicht kurz gesehen haben. Doch jetzt, mit Mitte Dreißig, stecken alle drei in verschiedenen Lebensphasen und driften dabei auseinander.

Merle kämpft mit dem ganz normalen Wahnsinn der Mutterschaft. Das Leben mit Baby hat sich noch nicht eingespielt und sie verbringt die meiste Zeit allein mit ihrem Paul, der ihren Tagesablauf prägt. Glücklich ist sie dabei nicht, obwohl sie ihr Kind über alles liebt, Aber sie ist oft einsam, denn ihr Mann ist ständig in der Arbeit oder auf der Baustelle. Abgemacht war das so nicht.

Henri ist ungebunden und möchte daran auch nichts ändern. Sie genießt ihr Singleleben und versucht ihren Traum von einem eigenen Arthouse-Kino zu verwirklichen.

Und Katharina, die damals schon mit Ole zusammen war, beginnt ihre Beziehung zu hinterfragen. Ihr Kinderwunsch wird übermächtig und Ole fühlt das nicht. Mit ihren Freundinnen meint Katharina nicht darüber reden zu können und über Merles Baby, kann sie sich auch nicht freuen.

Vieles steht nun zwischen den Freundinnen, die mal die ganze Welt füreinander bedeutet haben und jede von ihnen kämpft mit ihrer eigenen Sinnkrise.

Die Probleme sind einfach aus dem Leben gegriffen. Ich erkenne mich in Merle wieder, als ich eine junge Mutter war und definitiv nicht aufs Muttersein reduziert werden wollte. Aber auch Katharina und Henri sind Frauen, die ich in meinem Freundeskreis wiederfinde. Sie alle hinterfragen ihre Identität und versuchen zumindest ihre engen Beziehungen trotz unterschiedlicher Lebensphasen aufrecht zu halten.

Ich habe diesen Roman ausgesprochen gerne gelesen. Es ist empathisch und authentisch und ganz besonders liebe ich den hohen Wiedererkennungswert. Das Buch ist so wunderbar aus dem Leben gegriffen und begeistert mich dadurch sehr. Ich empfehle es uneingeschränkt allen Frauen und Freundinnen, die nicht mehr Fünfundzwanzig sind.