Eine Liebesgeschichte über Freundinnenschaft

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
madame—rivkele Avatar

Von

Während des Studiums haben sie fast alles miteinander geteilt: Erfahrungen, Zeit und die Vorstellung, dass es immer so weitergehen soll. Aber dann war das Studium zu Ende. Merle hat mit ihrem Freund ein Kind bekommen und wartet darauf, dass der Neubau außerhalb der Stadt fertig wird. Katharina möchte ein Kind, wird bei diesem Wunsch jedoch von ihrem Partner ausgebremst. Und Henri datet lieber als eine romantische Beziehung zu führen und pflegt ihre Bekanntschaften, hoffend, bald ein eigenes Kino zu eröffnen.

Zwischen all den Projekten, Wünschen und Ängsten bleibt wenig Zeit für die Freundinnenschaft. Statt Treffen, die ineinander übergehen, ohne Anfang und Ende zu haben, treffen sie sich nach jeder Menge Nachrichten, um sich über ihre Leben zu updaten. Obwohl Katharina, Henri und Merle einander lieben und vermissen, nehmen sie auch den Abstand wahr, der sich zwischen sie gedrängt hat und seitdem langsam, aber kontinuierlich wächst.

Jette Kötsche hat mit „Dabei waren wir uns immer so nah“ eine Liebeserklärung an die Freundinnenschaft geschrieben. Es wechseln sich die Perspektiven aller drei Protagonistinnen ab, wodurch ihre unterschiedlichen Bedürfnisse, Wünsche, Gedanken, Ängste und Schwierigkeiten den gleichen Raum bekommen, und wir als Leser:innen früher als sie die Missverständnisse und Misskommunikationen erkennen und verstehen. Auf diese Weise entsteht eine Nähe zwischen Leser:innen und Protagonistinnen, die den Roman zu einem echten Wohlfühlbuch macht.

Ich würde das Buch allen empfehlen. Und ganz besonders all denjenigen, für die Freund:innenschaften eine zentrale Rolle spielen. Die auf der Suche sind, nach einem Buch, bei dem nicht eine romantische Paarbeziehung im Mittelpunkt steht, sondern eben die Beziehung, die wir zu unseren Freund:innen haben und die mindestens genauso wichtig ist.