Einfühlsames Debüt über eine Freundschaft, die sich neu erfinden muss
Merle, Henri und Katharina kennen sich seit Beginn ihres Studiums. Zusammen haben sie die Unizeit überstanden und eine Art von Freundschaft und Nähe entwickelt, die ganz leicht ist und ohne Anstrengung funktioniert. Doch wie so oft kommt nach dem Studium das Leben dazwischen – und die Freundinnen entfernen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensumstände voneinander. Merle wird Mutter und arbeitet sich an ihrer neuen Rolle ab, unzufrieden mit der Situation und der Einsamkeit, die wenige Unterstützung durch ihren Mann. Henri arbeitet in einem Museum, sucht aber unentwegt nach einem Ort für ihren Lebenstraum: einem eigenen Kino. Als es ihrer Oma in Schleswig schlechter geht, lässt sie alles stehen und liegen und fährt in den Norden, um sich letztlich auch mit der belasteten Beziehung zu ihrer Mutter auseinanderzusetzen. Und Katharina ist seit zehn Jahren in einer eigentlich gut funktionierenden Beziehung, ist mit ihrer Arbeit in einer Buchhandlung zufrieden und trotzdem nicht glücklich: Zu schwer wiegt ihr Kinderwunsch und die Frage, ob ihr dieser wichtiger ist als die Beziehung zu ihrem Freund.
In dem nur etwas mehr als 230 Seiten umfassenden Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt. Sie haben unterschiedliche Sorgen und Ängste, einen tut die Drei die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Unbeschwertheit in ihrer Freundschaft verschwunden ist. Jette Kötschau hat einen fesselnden Roman geschrieben, der mich nach Beginn nicht mehr losgelassen hat. Die Protagonistinnen sind ähnlich alt wie ich und ich kenne einige der Themen auch bei mir. Die Lebensphase nach Studium und zwischen Familienplanung und/oder beruflichem Ankommen wird von der Autorin stark und einfühlsam eingefangen. Auch die Unsicherheiten, die in dieser Zeit der Neufindung aufkommen können, werden empathisch beschrieben. Spannend fand ich die Rolle der Männer in dem Roman, die nicht unbedingt besonders positiv dargestellt werden und den Frauen vielleicht sogar manchmal eher im Weg zu stehen scheinen. Insbesondere bei Merle und Katharina wurde deutlich, dass sie in ihren Beziehungen und den Alltagskonstellationen dringend herausfinden mussten, was eigentlich ihre eigenen Bedürfnisse sind – und wo sie aufgrund von Mann bzw. Freund und Kind regelmäßig zurückstecken mussten.
Mich hat der Roman 100%ig überzeugt, sprachlich, thematisch und von der Umsetzung her. Ein weiteres Buch der Autorin würde ich sicherlich lesen wollen.
In dem nur etwas mehr als 230 Seiten umfassenden Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt. Sie haben unterschiedliche Sorgen und Ängste, einen tut die Drei die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Unbeschwertheit in ihrer Freundschaft verschwunden ist. Jette Kötschau hat einen fesselnden Roman geschrieben, der mich nach Beginn nicht mehr losgelassen hat. Die Protagonistinnen sind ähnlich alt wie ich und ich kenne einige der Themen auch bei mir. Die Lebensphase nach Studium und zwischen Familienplanung und/oder beruflichem Ankommen wird von der Autorin stark und einfühlsam eingefangen. Auch die Unsicherheiten, die in dieser Zeit der Neufindung aufkommen können, werden empathisch beschrieben. Spannend fand ich die Rolle der Männer in dem Roman, die nicht unbedingt besonders positiv dargestellt werden und den Frauen vielleicht sogar manchmal eher im Weg zu stehen scheinen. Insbesondere bei Merle und Katharina wurde deutlich, dass sie in ihren Beziehungen und den Alltagskonstellationen dringend herausfinden mussten, was eigentlich ihre eigenen Bedürfnisse sind – und wo sie aufgrund von Mann bzw. Freund und Kind regelmäßig zurückstecken mussten.
Mich hat der Roman 100%ig überzeugt, sprachlich, thematisch und von der Umsetzung her. Ein weiteres Buch der Autorin würde ich sicherlich lesen wollen.