Freundschaft im Laufe der Zeit

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alinaaml Avatar

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“Zum ersten Mal musste Merle sich für eine Freundschaft nicht anstrengen. Sie musste nicht ausloten, wie sie sich verhielt, damit sie gemocht wurde. Musste nicht darüber nachdenken, ob sie Henri eine Nachricht schreiben konnte und wie sie sie formulieren sollte. Merle konnte einfach sein. Und die anderen blieben bei ihr. (…)
Dann suchte sie eben weiter nach der Liebe. Aber was sie nicht mehr suchen musste, waren Freundinnen.”

Das Debüt von Jette Kötschau hat mir richtig gut gefallen. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. In “Dabei waren wir uns immer so nah” geht es um die drei Freundinnen Henri, Katharina und Merle, die in ihren Dreißigern sind. Die drei leben in sehr verschiedenen Lebensrealitäten: Während Merle ein Kind mit ihrem Partner hat und Katharina ihren Kinderwunsch verfolgt, hat Henri ein Date nach dem anderen und ist sich sehr sicher, dass sie niemals Kinder haben will.

Es ist ein Buch über Freundschaft, Feminismus, Neuanfänge und Realisationen. Dabei stehen die Frauenfiguren stark im Vordergrund. Wer eine Geschichte mit vielen Spannungen und Plotwist erwartet, wird von diesem Buch wahrscheinlich nicht begeistert sein. Die Autorin erzählt vielmehr unaufgeregt, wie die drei Protagonisten mit ihren Gefühlen, Gedanken und Problemen umgehen und wie sie sich dabei unterstützen. Es geht viel um das Thema Kinder, jedoch ohne das es (für mich persönlich) gezwungen wirkt, aber eben auch um bspw. den Verlust eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Neuanfänge und Herausforderungen.

Die Geschichte der drei Frauen eröffnet ganz verschiedene und ganz vielseitige Perspektiven und Blickwinkel auf das Leben. Deshalb kann ich auch nur empfehlen die Geschichte zu lesen. Ich denke jede Frau, die das Buch ließt, wird sich in gewissen Aspekten und in verschiedenen Figuren wiedererkennen - sei es in Henri, Katharina oder Merle.