Hin- und hergerissen

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Ich bin etwas zwiegespalten, was die Bewertung dieses Buches angeht. Der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Ich finde mich schnell in die Handlung ein, die Figuren sind nahbar, die Perspektivwechsel zwischen den drei Frauen Sorgen für einen guten Lesefluss. Henri, Merle und Katharina sind beste Freundinnen. Ihre Leben entwickeln sich aber sehr unterschiedlich. Während die eine ihre Unabhängigkeit auslebt, gründet die andere eine Familie und die Dritte lebt in einer Beziehung, mit unerfülltem Kinderwunsch. Die bisher unzertrennlichen Freundinnen driften immer weiter voneinander weg. Das ist gut eingefangen und berührt mich auch. Ab etwa der zweiten Hälfte nehmen aber die Themen Kinderwunsch und Mutterschaft für meinen Geschmack etwas zu viel Raum ein. Da ist die eine, die ihren Mann betrügt, weil der Wunsch nach einem Kind jegliche Zweisamkeit überlagert. Die andere, die mit ihrer Mutterschaft hadert und die Rollenverteilung in ihrer Familie hasst. Henri ist letztlich die einzige Figur, mit der ich mich wirklich identifizieren kann. Ob die Freundinnen am Ende wieder zueinander finden, möchte ich nicht verraten, ich hätte mir aber noch einen anderen Blick und weitere Themen gewünscht, die im Leben der Frauen eine Rolle spielen. Daher bin ich letztlich etwas enttäuscht und hatte mir von dem Buch mehr versprochen.