Lebenszweifel die jeder kennt

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büchersozialist Avatar

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Der Buchtitel und der Klappentext hatten mich direkt neugierig gemacht. Denn es kennt denke ich jeder dieses Gefühl, ab Ende der zwanziger/Anfang der dreißiger Jahre, von nagendem Zweifel über eigene Entscheidungen und insbesondere über das komplizierter werden von Freundschaften. Einfach so mal treffen ist (fast) nicht, es muss geplant werden, deann X hat ja Babytag y ist ko von der Arbeit etc.

Das Buch fängt dieses Gefühl grade in ersten Hälfte sehr gut ein. Durch die verschiedenen Perspektive der drei Freundinnen ist auch eine (weibliche) Bandbreite gegeben. Kinderlos, mit Familienproblemen und Kinotraum. Junge Mutter, die vom Partner mehr Unterstützung möchte und sich selbst wiederfinden will. Frau mit Kinderwunsch, wo der Partner aber nicht wirklich will.

Durch die Situationen schaffen es die drei nicht mehr sich zu sehen und verlieren mehr und mehr den echten Kontakt. Hier mal ne Whatsapp, da eine Absage und ein belangloses Bild. Das kennen glaub ich so oder so ähnlich die meisten.

Dann aber kommt der Punkt der mich persönlich stört. Eine der drei geht ihrem langjährigen Partner fremd. Ok Fremdgehen kommt leider vor. Was mich aber dabei stört, ist, wie es dargestellt wird. So als ob sie ja nichts falsch gemacht hat, weil ihr Mann den Kinderwunsch nicht so enthusiastisch verfolgt wie sie und überhaupt hat sie bei dem Anderen ja mal wieder ein Kribbeln gespürt. Dann endet die Beziehung (nach Verschweigen) und es wird so getan als ob dies der Schritt der Befreiung wäre. Danach ergeht sich das Buch in klischeehaftem "Powerfrau" Gehabe. Finde ich wirklich schade, da die erste Buchhälfte diese Gefühle der Unsicherheit im Bezug auf das Leben und die Freundschaften hervorragend rüberbringt.