Mitten aus dem Leben

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
leseclau Avatar

Von

Wie einfach Freundschaften doch sind, wenn man jung ist. Man ist flexibel, die Lebenssituationen sind ähnlich, man erzählt sich einfach ALLES und es besteht echte Nähe. So ging es auch Henri, Merle und Katharina.

Doch jetzt kommt für die Mitdreißigerinnen das Leben dazwischen. Kinder, unglückliche Beziehungen und der Tod der Großmutter. Wie sehr sehnen sie sich nahc der Nähe von früher. Und wie fremd sind sie einander seit längerem, haben sich verletzt, voneinander entfernt, ja, sind ein bisschen einsam geworden.

In diese Situation wirft uns Jette Kötschau. Und ich fühle komplett mit. Wie man die andere schnell anrufen will und dann denkt, ach nee, wer weiß, was gerade ist und sich dann wieder nicht meldet. Wie man verlernt, um Hilfe zu bitten und seine wahren Gefühle offenzulegen. Dies alles wird mit großer Geradlinigkeit, Empathie für die Figuren und ohne Bitterkeit erzählt. Das gefällt mir an diesem Roman besonders gut. Er erzählt mitten aus dem Leben, von Höhen und Tiefen, Ängsten und Freuden, wie sie alltäglich passieren. Und wie man lernen muss, damit umzugehen, ohne sich selbst zu verlieren.

Eine tolles Buch, das daran erinnert, Freundschaften zu pflegen und zu genießen.