So relatable

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mondscheinsonate Avatar

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Merle, Henri und Kathi sind seit ihrer Studienzeit enge Freundinnen. Inzwischen sind alle um die 30 und werden langsam damit konfrontiert, in welche unterschiedlichen Richtungen ihre Leben sie führen.

Da ist Merle, frischgebackene Mutter, die aus der Stadt in ein selbstgebautes Haus im Speckgürtel ziehen möchte. Henri träumt von einem eigenen Kino und scheint auf der ganzen Welt Bekanntschaften zu pflegen. Und Kathi arbeitet in einem Buchladen und kämpft mit einem unerfüllten Kinderwunsch, da ihr Partner sich noch nicht bereit für ein Kind fühlt. Alle drei merken, dass sie nicht mehr so viel Platz wie früher im Leben der anderen einnehmen, der Kontakt weniger wird und ihr Alltag immer unterschiedlicher aussieht. Können sie zu ihrer Freundschaft zurückfinden, die vielleicht anders geworden ist, aber noch genauso schön sein kann?

Die Geschichte wird aus der Sicht aller drei Freundinnen erzählt, wodurch wir einen tiefen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle erhalten. Jede von ihnen beschäftigt sich mit ganz eigenen Sorgen und Herausforderungen, die sie oft mit sich selbst ausmachen, während das unterschwellige Vermissen der Freundinnen stets präsent ist.

In jeder von ihnen habe ich mich irgendwie wiedererkannt, auch wenn meine eigene Lebenssituation keiner von ihnen vollständig entspricht. Sie sind so nahbar und authentisch geschrieben, dass ich mich bei mehreren Szenen dabei ertappt habe zu denken, etwas Ähnliches schon selbst erlebt oder ähnliche Gespräche mit meinen eigenen Freundinnen geführt zu haben. Theoretisch weiß man zwar, wie unterschiedlich sich die Leben in den Zwanzigern entwickeln können, doch der Umgang mit den stetigen Veränderungen in Freundschaften, dem immer wieder neuen Ausloten der Beziehung und der damit verbundenen Beziehungsarbeit war etwas, das ich selbst nicht im Blick hatte, bevor ich es erlebt habe.

"Dabei waren wir uns immer so nah" ist das erste Buch, bei dem ich dieses Thema so einfühlsam und nachvollziehbar umgesetzt gelesen habe.

Mit 240 Seiten war es außerdem eine Geschichte, die ich an einem Tag verschlungen habe - nur um am Ende traurig zu sein, mich schon wieder von Henri, Kathi und Merle verabschieden zu müssen.

Wer ein Buch über die Bedeutung und Komplexität von Freundschaften sucht, darüber, wie sehr sie sich im Laufe des Lebens verändern und wie man dennoch immer wieder zueinanderfinden kann, sollte "Dabei waren wir uns immer so nah" unbedingt lesen!