Die Autorin Jette Kötschaus schreibt den Debütroman „Dabei waren wir uns immer so nah“ berührt tief. Die Protagonisten Merle, Henri und Katharina. Drei ehemals unzertrennliche Freundinnen, deren Lebensentwürfe mit Anfang dreißig drastisch auseinandergehen . Statt spontaner Treffen bestimmen nun komplizierte Terminabsprachen den Alltag, was beim Lesen eine schmerzhafte Vertrautheit auslöst.Die Autorin verzichtet auf künstliches Drama und wählt einen unaufgeregten, leisen Ton. Durch leichte Perspektivwechsel taucht man intensiv in die Gefühlswelten und die Einsamkeit der drei authentischen Frauen ein. Feinfühlig und ohne Kitsch wird die Trauer geschildert, wenn engste Bezugspersonen wie Eisschollen wegtreiben.Ein wunderbares, melancholisches, aber hoffnungsvolles Buch über das Erwachsenwerden. Das Cover wird eigentlich sehr leicht, trotzdem kann man es verbunden mit dem Inhalt sehen.