Wenn Freundschaft erwachsen wird

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In „Dabei waren wir uns immer so nah“ erzählt Jette Kötschau die Geschichte der drei Freundinnen Katharina, Merle und Henri. Bereits im ersten Kapitel bekommt man einen schönen Einblick in ihre enge Freundschaft während des Studiums. Doch anschließend macht der Roman einen Zeitsprung von etwa zehn Jahren – und zeigt, wie sehr das Leben und damit auch ihre Freundschaft sich verändert haben.

Über mehrere Monate hinweg begleitet man die drei Frauen durch ihren Alltag, ihre Hoffnungen, Zweifel und Enttäuschungen. Merle ist Mutter eines kleinen Kindes und muss erkennen, dass das Familienleben längst nicht so aussieht, wie sie und ihr Mann es sich einst mit rosaroter Brille ausgemalt haben. Katharina wünscht sich sehnlichst ein Kind, doch während sie bereit ist, wartet ihr Partner noch auf den „richtigen“ Zeitpunkt. Henri hingegen ist überzeugt, keine Kinder haben zu wollen, wird jedoch mit einem ganz anderen schmerzhaften Verlust konfrontiert.

Auf rund 240 Seiten greift der Roman Themen auf, die viele Menschen beschäftigen: Freundschaft, Familie, Kinderwunsch, unterschiedliche Lebensentwürfe und die Frage, wie Beziehungen bestehen können, wenn sich das Leben in verschiedene Richtungen entwickelt.

Durch die relativ kurzen Kapitel, die im ständigen Perspektivwechsel aus der Sicht der drei Protagonistinnen erzählt werden, lernt man jede der Frauen intensiv kennen. Man kann sich mühelos in ihre Gedanken, Zweifel und Sehnsüchte hineinversetzen. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, sodass man förmlich an der Seite der drei durch diesen bewegenden Lebensabschnitt gleitet.

Empfehlen würde ich den Roman nicht nur jungen Frauen, sondern durchaus auch den dazugehörigen Männern. Denn manchmal hilft ein Blick in die Gedankenwelt des anderen Geschlechts dabei, einander ein kleines Stück besser zu verstehen.