Wie rettet man eine Freundschaft ins Erwachsenenalter?

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Bei "Dabei waren wir uns immer so nah" handelt es sich um den Debütroman von Jette Kötschau. Die Coverabbildung zeigt zwei junge Frauen im Sommer auf einer Mauer sitzend, mit Flaschen um sich.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen drei Frauen Anfang 30, die etwa seit Beginn ihres Studiums befreundet sind. Doch nun unterscheidet sich ihre Lebensrealität doch sehr. Henri ist weiter ungebunden, hätte gerne ein eigenes Kino, hat viele Dates und muss gerade den Verlust ihrer geliebten Oma verarbeiten. Merle hat ein Baby und baut gemeinsam mit ihrem Mann gerade ein Haus weit außerhalb der Stadt. An ihr bleibt die ganze Care-Arbeit hängen, während ihr Mann mit Job und Baustelle beschäftigt ist. Und Katharina hätte gerne ein Kind, aber ihr langjähriger Partner fühlt sich zumindest aktuell noch nicht bereit dazu. Durch ihren unterschiedlichen Alltag und ihre verschiedenen Lebensentwürfe bleibt auch die Freundschaft der drei Frauen mehr und mehr auf der Strecke, obwohl sie sich zugleich nacheinander sehnen und vermissen, was sie mal hatten.

Die Autorin erzählt die Geschichte abwechselnd aus den drei verschiedenen Perspektiven, sodass man sich sehr gut in die Protagonistinnen hineinversetzen kann, auch wenn die eigene Lebenssituation gerade eine etwas andere ist. Manches kommt einem aber sicher von eigenen Freundschaften aus der Studienzeit bekannt vor, dass man sich danach oft einfach in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Der Erzählstil war gut nachvollziehbar und auch mit der Sprecherin des Hörbuchs war ich sehr zufrieden. Sie passte zu der Stimmung der Erzählung und man konnte ihr angenehm folgen.