Zwischen Gesetzbuch und Selbstjustiz đž
Schon der Einstieg hat mich sofort gecatcht, weil das Zitat von Mary Oliver am Anfang direkt eine melancholische Grundstimmung vorgibt, die perfekt zum Genre passt. Melanie Raabes Schreibstil ist gewohnt flĂŒssig und total atmosphĂ€risch. Luca als Protagonistin ist wahnsinnig faszinierend, weil sie auf den ersten Blick eine disziplinierte AnwĂ€ltin ist, aber nachts völlig kompromisslos als Racheengel agiert. Der Spannungsaufbau gelingt der Autorin hervorragend, die Verfolgungsjagd mit Dirk Mack nach dem Einbruch in die Villa lĂ€sst den Puls sofort ansteigen, vor allem, weil Luca am Ende gezwungen ist, ihre Sporttasche auf der StraĂe zurĂŒckzulassen. Diese Panik, möglicherweise doch eine Spur hinterlassen zu haben, hat sich direkt auf mich ĂŒbertragen. Richtig spannend war auch der Wechsel in die Vergangenheit vor siebzehn Jahren, die Szene im Freibad ist psychologisch sehr stark geschrieben. Ich erwarte ein packendes Katz und Maus Spiel, denn die bedrohliche Plakatbotschaft ĂŒberall in der Stadt zeigt deutlich, dass Lucas AnonymitĂ€t lĂ€ngst gebrochen ist. Ich möchte das Buch unbedingt zu Ende lesen, weil ich erfahren möchte wie sich die Schlinge um Lucas Hals weiter zuzieht und wer hinter den Plakaten steckt.