Gerechtigkeit hat viele Gesichter
Luca ist 34, arbeitet als Anwältin in Berlin und wirkt auf den ersten Blick wie eine ziemlich normale Frau mit einem Faible für Bücher, Schallplatten und ein ruhiges Leben. Doch sobald es dunkel wird, sieht die Sache anders aus: Sie nimmt sich Menschen vor, die ihrer Meinung nach für ihre Taten nie zur Verantwortung gezogen wurden. Dabei verteilt sie ihre ganz eigene Form von Gerechtigkeit und lässt als kleines Erkennungszeichen ein Gänseblümchen zurück.
Dann geht bei einem ihrer nächtlichen Einsätze etwas schief. Kurz darauf tauchen in Berlin Plakate auf, deren Botschaft eindeutig an Luca gerichtet ist. Plötzlich wird aus der Jägerin die Gejagte. Jemand scheint mehr über sie zu wissen, als ihr lieb sein kann. Und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker stellt sich die Frage, ob Luca wirklich denjenigen im Visier hat, den sie für ihren Gegner hält.
Die Ausgangsidee hat mich sofort gepackt, weil Luca keine klassische Heldin ist. Sie entscheidet selbst, wer eine Strafe verdient, und überschreitet dabei bewusst Grenzen. Genau das macht sie interessant. Man kann ihre Motive nachvollziehen, muss ihre Methoden deshalb aber noch lange nicht gutheißen. Diese moralische Grauzone gibt der Geschichte ordentlich Reibung. Richtig spannend fand ich das Spiel mit Wissen und Misstrauen. Immer wenn ich dachte, ich hätte eine Person durchschaut, kam wieder ein Detail hinzu, das meine Einschätzung ins Wanken gebracht hat. Die Geschichte hält Informationen bewusst zurück und lässt dadurch Raum für eigene Theorien. Wer beobachtet hier eigentlich wen? Und wer hat am Ende tatsächlich die Kontrolle? Auch die Rückblicke erfüllen ihren Zweck. Nach und nach wird verständlicher, was Luca geprägt hat und warum sie so handelt, wie sie handelt. Dadurch bekommt ihre Figur mehr Tiefe, ohne dass ihre Entscheidungen plötzlich entschuldigt werden. Gerade diese Ambivalenz hat für mich einen großen Reiz. Die Atmosphäre ist eher unterschwellig als permanent spektakulär. Es braucht nicht auf jeder Seite einen großen Knall, weil schon das Gefühl, dass jemand Luca beobachtet und ihre Geheimnisse kennt, für Unruhe sorgt. Dazu kommen Wendungen, die mich mehrfach dazu gebracht haben, meine Verdächtigen neu zu sortieren.
Ein spannender Thriller mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur, einem schön düsteren Katz-und-Maus-Spiel und genügend Geheimnissen, um die eigenen Theorien immer wieder über den Haufen zu werfen.
Dann geht bei einem ihrer nächtlichen Einsätze etwas schief. Kurz darauf tauchen in Berlin Plakate auf, deren Botschaft eindeutig an Luca gerichtet ist. Plötzlich wird aus der Jägerin die Gejagte. Jemand scheint mehr über sie zu wissen, als ihr lieb sein kann. Und je weiter die Geschichte voranschreitet, desto stärker stellt sich die Frage, ob Luca wirklich denjenigen im Visier hat, den sie für ihren Gegner hält.
Die Ausgangsidee hat mich sofort gepackt, weil Luca keine klassische Heldin ist. Sie entscheidet selbst, wer eine Strafe verdient, und überschreitet dabei bewusst Grenzen. Genau das macht sie interessant. Man kann ihre Motive nachvollziehen, muss ihre Methoden deshalb aber noch lange nicht gutheißen. Diese moralische Grauzone gibt der Geschichte ordentlich Reibung. Richtig spannend fand ich das Spiel mit Wissen und Misstrauen. Immer wenn ich dachte, ich hätte eine Person durchschaut, kam wieder ein Detail hinzu, das meine Einschätzung ins Wanken gebracht hat. Die Geschichte hält Informationen bewusst zurück und lässt dadurch Raum für eigene Theorien. Wer beobachtet hier eigentlich wen? Und wer hat am Ende tatsächlich die Kontrolle? Auch die Rückblicke erfüllen ihren Zweck. Nach und nach wird verständlicher, was Luca geprägt hat und warum sie so handelt, wie sie handelt. Dadurch bekommt ihre Figur mehr Tiefe, ohne dass ihre Entscheidungen plötzlich entschuldigt werden. Gerade diese Ambivalenz hat für mich einen großen Reiz. Die Atmosphäre ist eher unterschwellig als permanent spektakulär. Es braucht nicht auf jeder Seite einen großen Knall, weil schon das Gefühl, dass jemand Luca beobachtet und ihre Geheimnisse kennt, für Unruhe sorgt. Dazu kommen Wendungen, die mich mehrfach dazu gebracht haben, meine Verdächtigen neu zu sortieren.
Ein spannender Thriller mit einer ungewöhnlichen Hauptfigur, einem schön düsteren Katz-und-Maus-Spiel und genügend Geheimnissen, um die eigenen Theorien immer wieder über den Haufen zu werfen.