Rache, Recht und verpasste Chancen

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skymichaelis Avatar

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„Daisy“ ist aus meiner Sicht eher Drama als Thriller, irgendwo dazwischen, und genau darin liegt für mich auch das Problem.

Das Buch hätte ein rasanter Psychothriller mit einer ungewöhnlichen Rächerin werden können. Alternativ hätte es auch ein gesellschaftskritischer Roman werden können, der das Rechtssystem infrage stellt. So war es für mich weder das eine noch das andere und wirkte dadurch etwas unausgewogen.

Luca als Anwältin bei Tag und Rächerin bei Nacht mochte ich allerdings sehr. Die Idee hatte für mich definitiv Potenzial. Gleichzeitig wirkte alles ein wenig, als wäre es mit angezogener Handbremse geschrieben worden, um tatsächlich als Psychothriller durchzugehen. Stattdessen würde ich „Daisy“ eher als Rache Drama mit einigen Crime Aspekten einordnen.

Bis weit über die Hälfte des Buches hatte ich auch viel Spaß beim Lesen, was nicht zuletzt am schönen Schreibstil der Autorin lag. Gegen Ende hin wurde mein Interesse allerdings zunehmend geschmälert. Einige Fragen blieben für mich ungeklärt, und darüber hinaus hatte ich das Gefühl, dass manches am Ende für die Handlung redundant war.

Gerade weil am Anfang so viele kleine Details und Hinweise gestreut wurden, hatte ich mir vom Aufbau letztlich etwas anderes erwartet. Vieles davon spielte später nur eine geringe oder gar keine Rolle, wodurch bei mir ein wenig das Gefühl entstand, dass manche Fäden ins Leere liefen.

Trotzdem hat es insgesamt Spaß gemacht, „Daisy“ zu lesen. Die Grundidee rund um Luca fand ich spannend, und gerade die Kombination aus Anwältin und Rächerin hätte meiner Meinung nach noch deutlich mehr hergegeben.