Fesselnder Abschlussband der Maya-Topelius-Trilogie

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Johan zieht es immer wieder in diese Schlossruine von Borgholm auf Öland. Und nicht nur das, er sieht (verbotenerweise) auch hinter die für Besucher ausgewiesenen Räume. Es durchzucken ihnen regelrecht Blitze, als er seine Handflächen auf ein Brett legt, das einen Hohlraum verbirgt. Seine Neugier ist geweckt, er hebelt das Brett auf, er sieht einen verdrehten Körper, mit Genickschuss und einem zweiten Fangschuss hingerichtet. Nie hat er Grauenvolleres gesehen.

Ein Fall für die Kriminalinspektorin Maya Topelius und ihren Kollegen Pär. Bald darauf wird eine weitere, ähnlich zugerichtete Leiche gefunden. Alle Spuren führen in ein rechtextremistisches Milieu, das sich bestens zu tarnen weiß.

Maya kennt die Gegend um Borgholm gut, sie ist hier aufgewachsen, sie und ihre Freundinnen Clara, Sanna und Emely, mit denen sie auch heute noch in Verbindung ist, waren das vierblättrige Kleeblatt. Diese beiden Morde bringen Maya an ihre Grenzen, deutet doch vieles auf eine lange vermisste Person hin und auch, wenn sie seinerzeit nichts tun konnte, so lassen ihr die damaligen Vorkommnisse keine Ruhe. Dabei bringt sie sich selber in Gefahr.

Die beiden Vorgängerbände habe ich verschlungen und auch dieser finalen dritten Band der Maya-Topelius-Trilogie steht ihnen in nichts nach. Die Ermittlungen stehen im Vordergrund, die privaten Elemente sind fein dosiert, dabei trägt so manches davon direkt und auch indirekt zur Aufklärung bei, alles fließt gekonnt ineinander. Johan Magnelius, der den ersten Toten findet, ist ein eigenwilliger und zudem ein ziemlich undurchsichtiger Charakter, den ich – wie so einige andere – kritisch gesehen habe. Die fesselnde, logisch aufgebaute Story ist durchgehend spannend zu lesen, das Thema um ein rechtsradikales, staatenübergreifendes Netzwerk gut eingebunden. Der Fall ist - wie auch die der beiden vorangegangenen Bücher - in sich abgeschlossen, kann also ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Gerne wäre ich dem sympathischen Ermittlerduo Maya und Pär noch bei weiteren Ermittlungsarbeiten gefolgt, aber nun heißt es Abschied nehmen, die Autorin Sandra Åslund jedoch werde ich im Auge behalten.