Atmosphärischer Einstieg in die Geschichte, der mich gefesselt und neugierig auf den Fortgang gemacht hat

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hapedah Avatar

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Bereits das Cover hat meinen Blick sofort auf sich gezogen, wobei ich zugeben muss, dass mich der rosa-blauen Farbverlauf, der ein wenig metallisch zu glänzen scheint, zuerst an ein Videospiel denken ließ. Der dunkle Hintergrund, von dem sich die Blockschrift des Titels auffällig abhebt, lässt das Titelbild trotz der pastellfarbenen Gestaltung düster wirken. Die an eine Hecke erinnernden Ornamente mit der Sanduhr in der Mitte könnten beinahe von der Verpackung eines der legendären Darkly-Spiele stammen.
Die Leseprobe hat mich sofort in ihren Bann gezogen, Dia mit ihrer Vorliebe für altmodische Gegenstände und Kleidung war mir auf Anhieb sympathisch. Da sie keine gleichaltrigen Freunde hat, wirkte sie auf mich ein wenig einsam, insbesondere da ihre Mutter nicht unbedingt ein Musterbild an Verantwortung zu sein scheint. Bereits die wenigen Seiten, die ich lesen durfte, zeigen, dass es wohl eher Dia ist, die sich um das Geschäft kümmert und auch einen besseren Überblick über die Finanzen hat, als es bei ihrer Mutter der Fall ist. Dabei habe ich mich gefragt, ob sie tatsächlich Gewinn erwirtschaften und von dem, was der Laden einbringt, leben können.
Die Ausschreibung der Stiftung ist eine spannende Idee, die offenbar weltweit für Aufmerksamkeit sorgt - bereits die Vorstellung, dass sich beinahe eine halbe Million Menschen auf die wenigen Praktikumsplätze beworben hat, wirkt surreal. Die optische Gestaltung des Buches und der Klappentext hatten mich zuerst auf den Gedanken an ein Videospiel gebracht, dass Louisiana Vega ein Brettspielimperium aufgebaut hat und bereits vor vielen Jahren verstarb, lässt bei mir inzwischen den Eindruck eines leicht angestaubten Gruselklassikers aufkommen. Dazu passt Dias Vorliebe für alle Dinge von früher ganz wunderbar, eventuell ist es ja diese Begeisterung, die den Ausschlag für ihre Auswahl gibt.
Der Brief, mit dem die Leseprobe endet, erzeugt eine düstere Stimmung, von der ich denke, dass sie sich im Lauf der Handlung fortsetzen wird. Gleichzeitig macht mich das Schreiben neugierig, mit Schreibmaschine auf dem Briefpapier einer Anwaltskanzlei getippt und doch mit so makaberem Inhalt, gelingt es der Autorin mit nur einer einzigen Seite Hochspannung bei den Lesenden entstehen zu lassen. Jetzt möchte ich natürlich gern wissen, wie es weiter geht und würde mich daher riesig über einen Buchgewinn freuen.