Spiel um Leben und Lüge

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melwot Avatar

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Schon der Einstieg von Darkly entfaltet eine eigenwillige, leicht schräge und zugleich unterschwellig bedrohliche Atmosphäre. Die Idee eines geheimnisvollen Praktikums bei der legendären Louisiana Veda, verbunden mit der provokanten Frage „Wofür würden Sie töten?“, erzeugt sofort Spannung. Zwischen Hype, Social-Media-Wahnsinn und vierhunderttausend Mitbewerber*innen entsteht ein Sog, der neugierig macht und zugleich Misstrauen weckt.

Besonders gelungen ist die Stimme der Protagonistin Dia: ironisch, selbstreflektiert und angenehm unangepasst. Ihr altmodischer Charme, ihr Außenseiterstatus und ihre Obsession für Darkly-Spiele verleihen der Geschichte Persönlichkeit und Tiefe. Gleichzeitig schwingt von Beginn an ein Gefühl mit, dass hinter der glänzenden Fassade der Stiftung etwas nicht stimmt.

Die Leseprobe kombiniert Humor, Gesellschaftskritik und eine wachsende Bedrohung, die sich langsam verdichtet. Man spürt, dass dieses „Spiel“ mehr ist als ein Wettbewerb – und dass Vertrauen hier zur gefährlichsten Währung werden könnte. Ein vielversprechender Auftakt für einen Thriller, der Intelligenz, Rätsel und psychologische Spannung miteinander verbindet.