Ein fesselndes Verwirrspiel mit vielen unerwarteten Twists!

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pageturner123 Avatar

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Handlung: Die 17-jährige Dia bewirbt sich für ein Praktikumsplatz in der Lousiana Veda Stiftung in London. Louisiana Veda ist die Gründerin der legendären und wertvollen Darkly-Brettspiele. Allesamt düster und unheimlich, doch am Ende siegt immer das Gute. Trotz 100-tausenden von anderen Bewerbern wird sie angenommen und darf mit sechs anderen Jugendlichen für die Louisiana Veda Stiftung arbeiten. Zusammen werden sie auf der Darkly-Produktionsinsel untergebracht und finden sich bald selbst in einem bedrohlichen Live-Aktion-Darkly-Spiel wieder. Immer öfter muss sich Dia fragen, wem sie noch trauen kann, was wirklich hinter dem Praktikum steckt und wer Lousiana Veda wirklich war.

Cover und Klappentext: Das Cover ist gut gelungen und erzeugt gleich eine geheimnisvolle Stimmung beim Betrachter. Die vielen kleinen Symbole werden nach dem Lesen klar und sind ein süßer Bonus. Den Klappentext muss man etwas suchen, da er ganz vorne im Buch ist, er ist aber ansprechend gestaltet.

Meinung: Generell sind die vielen abgedruckten Karten, Fotos und Briefe ein sehr schönes Detail im Buch. Sie regen an, sich eigene Gedanken fernab vom tatsächlich gerade Gelesenen zu machen, da diese Materialien nicht immer oder gleich aufgegriffen werden. So stellt man schon schnell eigene Vermutungen zur Handlung auf oder es werden weitere Fragen aufgeworfen, auf die man unbedingt eine Antwort will.

Die Handlung und die Idee generell finde ich sehr interessant und spannend. So etwas wie „Darkly“- Spiele sind mal etwas anderes in Thriller Geschichten. Ebenso die geheimnisvolle, verstorbene Figur der Lousiana Veda, über die man im Laufe des Buches immer mehr Geheimnisse aufdeckt. Durch die vielen sehr kurzen Kapitel und dem flüssigen Schreibstil ist es leicht in das Buch einzutauchen und in die Geschichte gefesselt zu werden und die vielen wirklich unerwarteten Twist lassen einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Mir hat die Gestaltung der Hauptfigur Dia sehr gefallen. Sie ist anders als die meisten in ihrem Alter: sie mag Altmodisches und arbeitet in einem Antiquitätengeschäft. So wird sie zum Beispiel „Omi“ genannt. Wie jeder der sechs Jugendlichen weiß auch sie nicht so recht, wo sie hingehört, dies passt super zu ihrer Rätsel Affinität. Leider findet sich hier mein erster Kritikpunkt: Die Gestaltung der anderen Figuren war für mich zu oberflächlich und es wurde viel zu wenig auf sie eingegangen. Auch Dias „Love- interests“ waren zu oberflächlich und haben die Geschichte nicht unbedingt weitergebracht, sondern eher gestört. Diese (wenigen) Stellen hätte man auch weglassen können.

Der Verlauf der Story ist nachvollziehbar, logisch und befriedigend. Dia wuchs mir zunehmend ans Herz. Umso enttäuschender fand ich dann das Ende. Die große Auflösung ging etwas zu schnell und auch Dias Reaktion darauf wirkte nicht Dia-typisch und verständlich (auch wenn der Grund für ihre Handlung letztendlich nachvollziehbar ist). Nichtsdestotrotz ist das Ende generell schön geworden und regt auch nach dem Beenden des Buches noch zum Nachdenken an.

Alles in allem ist Darkly also ein spannendes Buch mit einer sympathischen Hauptfigur und einer Geschichte reich an Wendungen. Ein Stern Abzug gibt es für das kurze Ende und manchmal oberflächlichen Nebenfiguren. Abgesehen davon ist das Buch aber wirklich empfehlenswert, wenn man in einen packenden Thriller eintauchen möchte, der von Geheimnissen und Rätseln nur so wimmelt.