Wenn ein Spiel bitterer Ernst wird

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sidis-bib Avatar

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„Darkly“ macht eine Serie hochgefeierter Rätselspiele und deren Spielemacherin zum Plot eines düsteren, spannenden Jugendthrillers.

Um was geht es?
Die 17-jährige Arcadia „Dia“ Gannon kann ihr Glück kaum fassen. Sie hat einen der weltweit begehrten sieben Praktikumsplätze in der Louisiana Veda Stiftung ergattert. Louisiana Veda – eine Frau, die Dia verehrt, hat sie doch die legendären Darkly-Spiele entwickelt und vertrieben. Rätselspiele, die so besonders und unendlich schwierig sind, dass viele daran scheitern. Spiele, deren Prototypen ein Vermögen wert sind und deren Entwicklerin viel zu früh verstorben ist. Als Dia zu ihrem Praktikum in London antreten will, ist sie überrascht. Sie wird zusammen mit den anderen sechs Praktikanten auf eine Insel abseits von London zur Darkly-Fabrik gebracht. Dort sollen sie „Walküre“ spielen, das legendäre 29. Darkly, das auf der Veröffentlichungsfeier gestohlen wurde. Schon bald befinden sich die Praktikanten in höchster Gefahr. Werden sie das Spiel gewinnen und das Rätsel um Louisiana Veda lösen?

Protagonistin des Buches ist die 17-jährige Dia, ein wenig beliebtes, hochintelligentes Mädchen, zielstrebig und für ihr Alter äußerst verantwortungsbewusst. Das liegt sicher auch am flatterhaften Wesen ihrer Mutter, die das gemeinsame Familiengeschäft „Prologus“ mit ihren Spontankäufen immer wieder vor wirtschaftliche Herausforderungen stellt, denen sich Dia stellen muss. Dabei hilft ihr ihr Improvisationstalent und ihre Zuversicht für alles eine Lösung zu finden. Ihre Passion sind die Darkly-Spiele, etwas, das sie ebenfalls dem „Prologus“ zu verdanken hat. Die stets selbstlose Dia ist nur einmal „egoistisch“ – bei ihrem Praktikum, das sie ganz zum Missfallen ihrer Mutter antritt. Doch ihre Charaktereigenschaften sind genau das, was sie braucht, um in „Walküre“ voranzukommen und ihre Mitpraktikanten zu durchschauen. Zusätzlich Würze im Buch bringen die Beziehungen und Interaktionen mit den sehr unterschiedlichen und teilweise durchtriebenen Nebencharakteren und den Hauch von Liebe, den Choke Newington mit einbringt.

Das Buch liest sich leicht und flüssig. Als Leser kann man sich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen, erlebt die Aufregung und Spannung während des Spielens von „Walküre“ und den Ermittlungen in der realen Welt als wäre man selbst ein Teil davon. Ich wurde regelrecht in den Sog von Ereignissen mit hineingezogen, hatte einen Film vor dem inneren Auge, der ablief, habe mitgefiebert und mitgelitten. Ich bin durch die Seiten geflogen, habe unerwartete Wendungen gefeiert, mich über erwartetes gefreut und viele schöne, spannende, aber auch düstere Lesestunden verbracht. Das Ende hat mich sehr überrascht, war aber absolut plausibel und hat mich zufrieden zurückgelassen.

Fazit:
„Darkly“ ist ein Jugendthriller, der sich leicht und flüssig liest und einem viele spannende und düstere Lesestunden beschert. Die Protagonistin Dia ist sehr sympathisch und schafft es, dass man mit ihr mitfiebert und leidet. Die Geschichte hat eine tolle, mal etwas andere Grundidee, die sich über das ganze Buch weiterentwickelt und in einem überraschenden Finale endet. Ich kann das Buch jedem Thrillerfan – egal ob jung oder alt – weiterempfehlen.