Atmosphärisch, geheimnisvoll und voller literarischer Magie

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sunshine22 Avatar

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Schon die ersten Seiten von „Das Antiquariat am Friedhof“ entfalten eine faszinierende Mischung aus Geschichte, Büchermystik und düsterer Atmosphäre. Kai Meyer entführt uns zunächst in die Amalfiküste und anschließend in das Leipzig der 1930er Jahre – mitten hinein in die Welt der jungen Männer, die sich im Schatten alter Friedhöfe und zwischen staubigen Buchseiten verlieren. Das Antiquariat selbst wirkt wie ein lebendiges Wesen – ein Ort voller Geheimnisse, Geschichten und Schatten vergangener Zeiten. Die Figuren, allen voran Felix und seine Freunde, sind vielschichtig und tragen eine melancholische Sehnsucht in sich, die sofort fesselt. Meyer gelingt es meisterhaft, historische Details, Spannung und Poesie zu verweben. Sein Schreibstil ist elegant, bildstark und leicht unheimlich – wie ein Flüstern zwischen alten Buchrücken. Schon jetzt deutet sich eine Geschichte an, die zwischen Realität und Legende wandelt, zwischen Schuld, Wissen und der Macht der Bücher. Ein atmosphärischer Auftakt, der Lust auf mehr macht – literarisch dicht, geheimnisvoll und typisch Kai Meyer.