Ein dicht verwobener Plot, spannend, bewegend und absolut fesselnd!

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fragola Avatar

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Mitten im Graphischen Viertel existiert das Antiquariat von Vadim, von seinem Vater gestiftet, aber im Alltag kaum zu aufrecht zu erhalten. Seine drei besten Freunde, allesamt junge Männer, stammen ebenfalls aus noblen Häusern und gemeinsam sorgen sie mit abenteuerlichen Eskapaden für den Bestand dieses Ladens, der zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden ist. Eines Tages stößt Eva dazu, und plötzlich wird eines der Abenteuer zur unberechenbaren Gefahr.

Das Cover stimmt mit seiner Farbgebung auf die nebeligen Gassen im Graphischen Viertel ein und Kai Meyer schafft es spielend, mit seinem Epilog die Aufmerksamkeit der Leserschaft zu wecken. Er schreibt so fesselnd, lebendig und detailreich, dass sofort das große Kopfkino anspringt. Insbesondere wenn man Leipzig kennt, wird man schnell von seinen Schilderungen begeistert sein. Die jungen Männer sind Bücherfreaks, belesen und gebildet, und während man sie einerseits bei ihren verbotenen Aktionen begleitet, erzählt ein zweiter Strang von der unmittelbaren Nachkriegszeit in der zerstörten Stadt.
Die Fäden der Erzählung laufen aufeinander zu. Sehr bewegt und manchmal geradezu atemlos darf man miterleben, wie weit in die Zukunft der letzte, verhängnisvolle Streich und seine Folgen reichen, mit welch unvorhersehbaren Auswirkungen die fünf Freunde zurechtkommen müssen. Während Leipzig in Schutt und Asche liegt, spitzt sich die Lage auf furchtbare Weise zu.
Kai Meyer erzeugt einen Strudel völlig unvorhersehbarer Ereignisse, ja geradezu einen Sog, der dafür sorgt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Dazu gesellt sich eine Betroffenheit und ein Nachdenken, dass nur durch ein versöhnliches Ende etwas gemildert wird. Ein faszinierendes Werk, unbedingt lesen!