Als würden wichtige Szenen fehlen

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sternchenblau Avatar

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Hier war ich vom Anfang so richtig mitgerissen. Der Prolog wirft uns gleich mitten hinein ins Geschehen mit zwei geheimnisvollen, moralisch mindestens graue Charakteren und einigem Blut. Die Verlagsankündigung winkte mit Game of Thrones und Shogun – zwei ziemlich großen Referenzen, die hier aufgefahren werden. Das Versprechen schien sich für mich zu Beginn erstmal einzulösen, auch, weil mir die Welt und ihr Magiesystem ausnehmend gut gefällt. Und dazu kommt oft genug auch Spannung auf

Leider schafft es Tamaki nicht, seinen eigentlich spannenden Plot geschickt zu verweben. Zentral ist die Beziehung von Prinz Sen und Rui, die in einen niederen Stand geboren wurde. Diese Beziehung treibt so viel an, aber die tiefere Beziehung wird vor allem über eine Begegnung in der Kindheit erklärt. Danach gibt es nur noch eine einzige weitere Begegnung, bei ihrer Klosterausbildung werden sie dann zu Vertrauten. Nur bekommen wir diese Ausbildung nicht wirklich mit. Wir sollen sie einfach glauben. Die gesamte Backstory, die zur früheren Flucht der beiden geführt hat, wird mir zu häufig kryptisch angedeutet bzw. dann später zu lapidar erklärt. Das fand ich besonders bei der Auflösung der beiden geheimnisvollen Charaktere aus dem Prolog ziemlich enttäuschend. Vor allem im Mittelteil zog sich das Buch dadurch ziemlich und ich habe fast sechs Wochen insgesamt daran gelesen.

Ich hatte mir ein klug konstruiertes Gespinsts aus Lügen und Intrigen erwartet, aber manchmal fehlte mir einfach ganze Szenen oder Infos, damit mir das alles emotional nachvollziehbar hätte werden können. Das finde ich umso erstaunlicher, weil ich ja die Hauptcharaktere durchaus wirklich mochte. Aber die ganzen Nebencharaktere blieben mir zu blass und eindimensional. Und manche Szenen waren so lebendig und eindringlich, auch Schlachten, was leider ja häufig nicht gelingt. Aber es wirkte manchmal, als wären es einfach die falschen Szenen.

Das Buch ist Teil einer Reihe (wie viele Teile weiß ich allerdings noch nicht). Ich habe jetzt echt lange gegrübelt, ob ich 3 oder 3,5 Sterne vergeben möchte. Aber ich glaube, ich möchte hier nicht weiterlesen. Und das spricht dann doch für nur 3 Sterne.