Ein Debüt, das sich ganz sicher nicht verstecken muss

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onlywithelisa Avatar

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Ich glaube, ich muss direkt mit dem Offensichtlichen anfangen: Was zur Hölle ist das bitte für ein Debüt? „Das Buch der gefallenen Blätter“ hat mich wirklich positiv überrascht und ich habe dieses Buch unglaublich gerne gelesen. Es ist groß, atmosphärisch, brutal, voller Mythologie und vor allem mit einer Charakterentwicklung, die ich teilweise einfach nur großartig fand. Und dieses Cover! Ich weiß, man sollte ein Buch nicht nach seinem Äußeren beurteilen, aber come on. Das ist einfach ein absoluter Traum und passt für mich perfekt zu dieser Geschichte. Wir befinden uns in einer asiatisch inspirierten High-Fantasy-Welt, in der Clans, Machtkämpfe, Götter, Dämonen und ein drohender Bürgerkrieg aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt stehen Sen und Rui, deren Geschichten auf sehr unterschiedliche Weise beginnen, sich aber immer stärker miteinander verweben. Was mich hier besonders abgeholt hat, waren die Charaktere. Die Entwicklung, die einige von ihnen durchmachen, fand ich wirklich meisterhaft. Sie sind nicht einfach nur gut oder böse, sondern haben ihre eigenen Motive, Ängste und Wünsche. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, unter anderem aus der von Rui, Sen, Kai und Yora. Dadurch bekommt man immer wieder andere Blickwinkel auf die Ereignisse und manchmal eben auch die Sichtweise von Menschen, die nicht unbedingt auf derselben Seite stehen. Das hat mir richtig gut gefallen, weil dadurch immer wieder neue Facetten der Geschichte zum Vorschein kommen. Und dann diese japanische Mythologie! Götter und Dämonen werden hier mit einer asiatischen High-Fantasy-Welt verbunden, die unglaublich faszinierend ist. Ich mag solche Settings sowieso sehr gerne und dieses Buch hat mir definitiv wieder gezeigt, warum. Allerdings muss ich auch sagen: Die politischen Intrigen hatten es teilweise wirklich in sich. Es gibt unheimlich viele Namen, Clans und Verbindungen. Und manche Namen ähneln sich auch noch so sehr, dass ich zwischendurch wirklich dachte: Wer bist du jetzt schon wieder?! Am Ende gibt es glücklicherweise ein Glossar mit den handelnden Figuren, das wirklich Gold wert war. Trotzdem habe ich während des Lesens nicht selten zwischen den Seiten hin- und hergeblättert, um noch einmal nachzusehen, wer zu wem gehört und wer gerade auf welcher Seite steht. Aber ich habe es nicht anders erwartet. Das ist High Fantasy. Und dann auch noch asiatische High Fantasy. Da darf es kompliziert sein. Ich glaube, wer mit solchen Büchern grundsätzlich nichts anfangen kann, wird hier wahrscheinlich ziemlich schnell die Krise bekommen. Der Vergleich mit „Game of Thrones“ wird ja groß auf dem Buch angekündigt. Gerade wenn es um Machtkämpfe, politische Intrigen, blutige Auseinandersetzungen und brutale Szenen geht, kann ich den Vergleich durchaus nachvollziehen. Denn dieses Buch kann auch richtig brutal werden. Und genau diese Szenen sind für mich eine der großen Stärken des Buches. Das ist teilweise einfach erste Sahne geschrieben. Die Beschreibungen sind bildhaft, die Atmosphäre wird unglaublich gut eingefangen und ich hatte viele Szenen regelrecht vor Augen. Kein Wunder, dass der Autor Drehbuchautor ist. Es war wie Kino. Überhaupt ist der Schreibstil für mich ein absolutes Highlight. Die Geschichte wird eher ruhig erzählt und nimmt sich Zeit für ihre Figuren, ihre Entwicklung und die Zusammenhänge. Ich hatte nie das Gefühl, dass alles möglichst schnell abgearbeitet werden muss. Gleichzeitig war ich trotzdem ständig neugierig, wie es weitergeht. Was ich mir an manchen Stellen noch etwas stärker gewünscht hätte, wäre tatsächlich das Worldbuilding. Die Welt ist so unglaublich interessant, dass ich manchmal gerne noch tiefer eingetaucht wäre. Gerade bei der Mythologie und den verschiedenen Strukturen hätte ich gerne noch mehr erfahren. Aber das ist tatsächlich Kritik auf einem ziemlich hohen Niveau, denn ich mochte dieses Buch wirklich sehr. Und jetzt kommt der Punkt, der mich immer noch ein bisschen sprachlos macht: Das ist ein Debüt. LECK MICH AM ARSCH. Wenn man bedenkt, wie groß diese Geschichte angelegt ist, wie viele Figuren und Handlungsstränge hier miteinander verbunden werden, wie komplex die politischen Verhältnisse sind und wie gut die Charakterentwicklung funktioniert, finde ich es wirklich beeindruckend, dass das der erste Roman des Autors ist. Ich bin definitiv angefixt und werde Band 2 lesen. Einige Fragen sind für mich noch offen und ich möchte unbedingt wissen, wohin sich die Geschichte entwickelt. Für mich ist „Das Buch der gefallenen Blätter“ eine epische, brutale und unglaublich atmosphärische High Fantasy, die vor allem durch ihre Charaktere, ihre Mythologie und ihren Schreibstil überzeugt. Für Fantasy-Einsteiger? Eher nicht. Für alle, die komplexe asiatische High Fantasy lieben? Unbedingt.