Epische Fantasy, bei der man wirklich aufpassen muss

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xtian2003 Avatar

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Das Buch der gefallenen Blätter ist definitiv kein Fantasybuch, das man mal eben nebenbei liest. Allein durch die vielen Figuren, Clans und politischen Verbindungen musste ich mich am Anfang erst einmal zurechtfinden. Hat man sich aber in diese Welt eingelesen, bekommt man eine wirklich große und ziemlich düstere Geschichte.
Im Mittelpunkt stehen Sen und Rui, die aus völlig unterschiedlichen Welten kommen. Sen hat bei einer gescheiterten Rebellion seine Familie und seine Heimat verloren und will unbedingt zurückholen, was ihm genommen wurde. Rui dagegen ist ein Bauernmädchen, das ihm damals das Leben gerettet hat und selbst noch gar nicht weiß, welche Rolle ihr in all dem zugedacht ist.
Die japanisch inspirierte Welt fand ich richtig interessant. Es gibt verfeindete Clans, politische Machtkämpfe, Kämpfe um Ehre und Rache, aber auch Götter, Geister und Dämonen. Gerade dadurch ist das Worldbuilding ziemlich umfangreich. Teilweise war es mir sogar etwas zu viel auf einmal, weil man bei den vielen Namen und Zusammenhängen schnell den Überblick verlieren kann.
Was mir gefallen hat, ist, dass Sen und Rui beide ihre eigene Geschichte haben und man ihre Entwicklung verfolgen kann. Gerade Rui fand ich interessant, weil sie zunächst eigentlich niemand Besonderes zu sein scheint und trotzdem immer wichtiger für die Geschichte wird.
Man muss allerdings Lust auf komplexe High Fantasy und einen eher ausführlichen Aufbau haben. Für zwischendurch wäre mir das Buch mit seinen über 600 Seiten und den vielen Figuren definitiv zu viel gewesen. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man aber eine spannende, düstere Fantasywelt, die sich deutlich von vielen aktuellen Romantasy-Büchern unterscheidet.