Gewaltig, düster und komplex
Wenn Shogun auf Game of Thrones trifft! Mit seinem Debütroman „Das Buch der gefallenen Blätter – Herbst des Imperiums 1“ hat A. S. Tamaki ein beeindruckendes High-Fantasy-Epos geschaffen, das mich von der ersten Seite an komplett in seinen Bann gezogen hat. Der Slogan „Shogun meets Game of Thrones“ verspricht viel und hält es auch auf ganzer Linie.Die Geschichte dreht sich um Sen Hoshiakari, den Prinzen eines einst mächtigen Clans. Nachdem die Rebellion seines Vaters brutal niedergeschlagen und seine gesamte Familie ermordet wurde, lebt er entehrt und beraubt seines Geburtsrechtes im Exil. Doch Sen ist fest entschlossen, die Ländereien seiner Vorfahren zurückgewinnen und ihre Ehre wiederherzustellen – und das um jeden Preis.Besonders beeindruckt hat mich das bildgewaltige und atmosphärisch dichte Worldbuilding. Das asiatisch angehauchte Setting mit seinen Samurai-Ehrenkodizes und hinterhältigen Clan-Strukturen verschmilzt perfekt mit der düsteren, mystischen Bedrohung durch die erwachenden Mächte. Sen und Rui sind keine makellosen Charaktere, sondern vielschichtige Protagonisten mit Ecken, Kanten und Geheimnissen, deren Entwicklung man gebannt verfolgt. Die Handlung spart nicht an politischen Intrigen, Verrat und packenden KämpfenMit über 600 Seiten ist das Buch ein echter Brocken, der sich dank des fesselnden Schreibstils und der konstant hohen Spannung aber extrem flüssig liest. Ein absolut meisterhafter, epischer Reihenauftakt für alle, die komplexe Welten und tiefgründige Geschichten lieben. Eine klare Leseempfehlung und verdiente 5 von 5 Sternen!